Muslime wacht auf: Für einen Dialog mit „Rechtspopulisten“ und gegen Dialüg

15 Kommentare

Den folgenden Beitrag publizierte ich erstmals unter dem Titel „Lug, Trug und Dialüg“ am 24. April 2012 auf meinem persönlichen Blog. Wegen seiner Aktualität erscheint er hier mit kleinen Änderungen ein weiteres Mal.

Wie sich etablierte muslimische Verbände und Kirchen im Namen des interreligiösen Dialogs unglaubwürdig machen und ehrliche Bürger als rechtspopulistisch oder islamistisch verunglimpft werden.

Es wird mal Zeit, dass Tacheles gesprochen wird. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Es ist schier unmöglich, diese elende Heuchelei, dieses linksdrallige Multikulti und diese dröge Unwissenheit zu ertragen. Egal wo man hinschaut, überall wird gelogen, betrogen, getäuscht und gebauchpinselt. Probleme und Konflikte werden unter den Tisch gekehrt und diejenigen, die sie trotz alledem benennen, werden als Rechtspopulisten, Nazis, Hassprediger oder Islamisten gebrandmarkt.

Kein Wunder, dass der Unmut stetig steigt, dass gesellschaftlicher Sprengstoff entsteht und die Glaubwürdigkeit von Politik und Presse immer weiter sinkt. Wir leben in einer Gesellschaft, die mehr als je zuvor von Atheismus, Nihilismus und Hedonismus geprägt ist.

Das wahre Drama an dieser Angelegenheit jedoch ist das Schweigen der etablierten muslimischen Verbände und der Kirchen. Sie haben es sich beide in ihren Institutionen gemütlich eingerichtet und genießen beizeiten die Aufmerksamkeit, die sie in TV und Presse einheimsen. Beide sind schon lange nicht mehr das Sprachrohr ihrer Religionsgemeinschaften, sondern sind hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Außenwirkung dem momentanen Zeitgeist anzupassen.

Den Kirchen laufen schon seit Jahren die Mitglieder davon und so öffnet man sich eben für neue Ideen und Lebensstile. Es gibt schwangere lesbische Pfarrerinnen, ein Forum Homosexuelle auf dem Ökumenischen Kirchentag, dass sich den ganzen Tag mit …

„schwullesbischer Theologie, kirchlicher Segnung, Sexualität und Spiritualität befasst.“

… und natürlich darf auch die Techno-Party in der Kirche nicht fehlen.

Was soll einem dazu noch einfallen? Wilhelm Busch würde wohl sagen …

„Sein Prinzip ist überhaupt: Was beliebt ist auch erlaubt.“

… und auch der große katholische Philosoph Nicolás Gómez Dávila erkannte diese Tendenz, als er in einem seiner zahlreichen Aphorismen ausrief:

„In der Absicht, der modernen Welt die Arme zu öffnen, öffnete die Kirche ihr die Beine.“

Mit Dogmen und Spiritualität kann man heutzutage nunmal keine Seele mehr überzeugen. Sex, Drugs & Rock’n’Roll ist das Motto der Neuzeit. So kann man die Institution Kirche erhalten und den Apparatschiks ihre angesehenen Positionen darin.

Aber bevor mich hier nichtmuslimische Leser der Parteilichkeit beschuldigen, muss ich ebenso die muslimischen Verbände verurteilen. Das, was sich heute selbst großspurig als „muslimische Spitzenverbände“ tituliert, ist nichts anderes als ein Verbund von ausländischen Migranten- und Kulturvereinen. Ihr Ziel und Zweck ist nicht die Vertretung, Verteidigung oder Verkündung des Islams, sondern die Sicherung der gesellschaftlichen Stellung und des erlangten Wohlstandes in der BRD. Man verbrüdert sich mit dem Mainstream und scheut die Aussprache von unangenehmen Wahrheiten. Keiner der oberen Funktionäre ist ein klassischer islamischer Theologe, sondern es sind fast ausnahmslos (partei)politische Strippenzieher und Demagogen, die immer mit dem Strom schwimmen und meisterhaft in der Kunst der Taqiyya bewandert sind.

Taqiyya (Lügen zum Selbstschutz) ist eigentlich eine Spezialität der Schiiten, denn für uns Sunniten ist diese Form der Lüge nur in lebensbedrohlichen Situationen erlaubt. Schiiten jedoch haben das Lügen zum ständigen Bestandteil ihrer Religion gemacht, um ihre Stellung und ihren Wohlstand in der sunnitisch-muslimischen Mehrheitsgesellschaft aufrecht zu erhalten.

Genauso machen es die muslimischen „Spitzenverbände“ mit der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft hier in Deutschland. Sie lügen, dass sich die Balken biegen. Und die etablierten Kirchen spielen das Spielchen mit. Das nennt man übrigens „interreligiöser Dialog“, oder wie es Pierre Vogel nennt, Dialüg. Kirchen sowie muslimische Verbände zeigen in dieser Hinsicht Eintracht nach außen, darin sind sie sich einig.

Heilsdogma??? Nie gehört!

Ein Beispiel:

Hier in Hamburg gibt es eine mittelgroße und recht bekannte türkische Moschee. Man gibt sich sehr aufgeklärt, veranstaltet Sufikreise, Musikkonzerte, getarnte SPD-Veranstaltungen uvm. Auch eine Moscheeführung wird für Gruppen angeboten. Besonders häufig sind es Schulklassen, die sich von einem „Kundigen“ durch die Räumlichkeiten der Moschee führen lassen. Von einem Bekannten kam mir zu Ohren, dass er ein Gebet in dieser Moschee verrichtete, als eine Schulklasse gerade in den Genuss einer solchen Führung kam. Man erklärte ihnen so alles mögliche, bis man den Gebetsraum wieder verlassen wollte. Dann jedoch meldete sich eine Schülerin und fragte: „Stimmt es, dass im Islam nur Muslime ins Paradies kommen und Christen nicht?“ „Nein, „ sagte der Moschee-Experte recht schnell „natürlich kommen auch Christen ins Paradies!“

Mein Bekannter hörte das und machte sich dran, gleich nach dem Gebet diesen „Experten“ aufzusuchen und zur Rede zu stellen. „Du kannst doch sowas nicht sagen Bruder,“ legte er ihm nahe „es gibt einen religiösen Konsens in dieser Frage, weißt du das nicht?“ „Doch doch, dass weiß ich,“ antwortete dieser „aber der Hodscha hat das erlaubt!“

So funktioniert das heutzutage. Da machen sich die Muslime (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand) darüber lustig, dass der katholische Papst angeblich die Vorhölle abgeschafft hat, und währenddessen vollbringt ein unbekannter Imam aus Hamburg das Wunder, das Urteil Allahs durch sein eigenes zu ersetzen.

Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Allah ist der Messias, der Sohn der Maria“, während der Messias doch selbst gesagt hat: „O ihr Kinder Israels, betet zu Allah, meinem Herrn und eurem Herrn.“ Wer Allah Götter zur Seite stellt, dem hat Allah das Paradies verwehrt, und das Feuer wird seine Herberge sein. Und die Frevler sollen keine Helfer finden. Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Allah ist der Dritte von dreien“; und es ist kein Gott da außer einem Einzigen Gott.

Und wenn sie nicht von dem, was sie sagen, Abstand nehmen, wahrlich, so wird diejenigen unter ihnen, die ungläubig bleiben, eine schmerzliche Strafe ereilen. Wollen sie sich denn nicht reumütig Allah wieder zuwenden und Ihn um Verzeihung bitten? Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.

Der Messias, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter; gewiß, andere Gesandte sind vor ihm dahingegangen. Und seine Mutter war eine Wahrhaftige; beide pflegten Speise zu sich zu nehmen. Siehe, wie Wir die Zeichen für sie erklären, und siehe, wie sie sich abwenden.

(Qur’an Sure 5, Ayat 72-75)

Diese Verse sind den Muslimen bekannt und es gibt einen Konsens der Gelehrten, dass diese Verse für die heutigen Christen Geltung haben.

Aber auch die etablierten Kirchen spielen dieses Spiel nach außen mit. Sie sind ebenso erschüttert wie die muslimischen Verbände, wenn sie vernehmen, dass jemand das Heilsdogma ausspricht. Dabei gibt es unter den christlichen Kirchen den gleichen Konsens wie bei den Muslimen. Auch bei ihnen hat das Heilsdogma Geltung.

Bevor ich darauf aber näher eingehe, möchte ich noch auf eine Begebenheit in der deutschen Sprache aufmerksam machen. Mir ist bei der Betrachtung von Artikeln und Beiträgen im TV, im Internet und in Zeitungen aufgefallen, dass man den Begriff „Ungläubige“ sehr gern in den Zusammenhang mit einem angeblich muslimischen Sprachgebrauch bringt. Man unterstellt uns Muslimen sozusagen, dass wir diejenigen sind, die diesen Begriff benutzen, um Christen und Juden zu betiteln.

Mich verwirrte diese Tatsache ein wenig, denn im Islam werden eigentlich die arabischsprachigen Fachtermini benutzt. Ein Nichtmuslim wird also als Kafir (pl. Kuffar) bezeichnet. Das kommt von arabischen Verb kafara, was soviel wie bedecken bzw verdecken bedeutet.

Der Begriff Ungläubiger ist jedoch ein deutsches Wort, das schon Verwendung fand, bevor es hier in Deutschland überhaupt Muslime gab. Hierzu ein Blick in den Duden. Wenn man im Internet den Duden (www.duden.de) besucht und das Wort Ungläubiger in das Suchfeld eingibt, dann findet sich folgende Informationen:

Un|gläu|bi|ger
Bedeutung:
jemand, der ungläubig (2) ist
(Quelle)

Fragt sich vielleicht jemand, wieso da eine (2) in der Bedeutung auftaucht? Die Antwort ist leicht. Das Adjektiv ungläubig und die (2) sind mit einem Hyperlink versehen, der zum dazugehörigen Dudeneintrag führt. Ihr könnt das ja mal machen, …

un|gläu|big
Bedeutung:
1. Zweifel [an der Richtigkeit von etwas] erkennen lassend
2. nicht an Gott, an die kirchliche Lehre glaubend
(Quelle)

Jetzt haben wir Gewissheit. Der Duden klärt uns darüber auf, dass im deutschen Sprachgebrauch diejenigen als Ungläubige zu bezeichnen sind, die entweder nicht an Gott oder nicht an die kirchliche Lehre glauben. Wir Muslime tun letzteres übrigens nicht. Aber natürlich ist der Duden nicht mein einziger Beweis dafür, dass wir Muslime für die Christen Ungläubige sind.

Extra ecclesiam salus non est – Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil

Dieses ist die Kurzfassung des Heilsdogmas der katholischen Kirche, festgeschrieben auf der Allgemeinen Kirchenversammlung zu Florenz (1438-1445). Hier nochmal etwas ausführlicher:

„Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet, glaubt fest, bekennt und verkündet, daß ‚niemand außerhalb der katholischen Kirche – weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter – des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt‘ (Fulgentius).“

(Glaubenssatz 350 auf den Seiten 212 und 213 in: Josef Neuner S.J. und Heinrich Roos S.J.: Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung. Vierte verbesserte Auflage, herausgegeben von Karl Rahner S.J. – Regensburg: Verlag Friedrich Pustet, 1954. Imprimatur 27. Juni 1949.)

Dieses Heilsdogma wurde über viele Jahrhunderte und auf verschiedensten Konzilen bekräftigt. Einen mehr als umfassenden Bericht über dieses Thema findet man auf diesem Blog https://heilsdogma.wordpress.com.

Die Heilslehre der reformierten (protestantischen) Kirchen unterscheidet sich nicht großartig vom katholischen Standpunkt. Hier und dort wird die Taufe nicht als zwingendes Sakrament angesehen und die sola fide-Lehre von Martin Luther macht den Glauben an das Christentum lediglich von der Gnade Gottes abhängig, befreit aber niemanden vom Glaubensbekenntnis.

Es ist ein unabänderlicher Fakt im christlichen Glauben, dass die wissentliche und willentliche Ablehnung des christlichen Glaubensbekenntisses vom Heil (also der Erlösung und Teilhabe am Himmelreich) ausschließt.

„Wer mit Wissen und Willen diese Gnade verwirft, kann nicht errettet werden“

(Württembergische Taufagende, Ausgabe 1965, Seite 6)

Was ist also bloß mit den hiesigen Kirchen los? Sind sie zu feige um die Wahrheit zu sprechen?

Es scheint so. Und aus diesem Grund muss sich in diesem Land etwas ändern. Die ehrlichen und aufrichtigen Christen haben sich schon längst von ihren Heuchlern getrennt. Bei den Protestanten sind es die Freikirchen, die Evangelikalen, die Bibeltreuen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und stolz mit erhobenem Haupt ihre Religion vertreten. Und auch bei den Katholiken gibt es noch echte Fundis. Die Pius-Bruderschaft gehört z.B. zu denjenigen Katholiken, die sich den Modernisierungserscheinungen des Klerus verweigerten und deswegen seit 1975 nicht mehr zur offiziellen katholischen Kirche gehören.

Wahrer Dialog und anständige Konkurrenz

„Aber Yahya,“ werden jetzt vielleicht einige Leser denken „sind es nicht genau diese Gruppierungen in Deutschland, die sich gegen den Islam und die Muslime stellen?“

„Ja, „ werde ich darauf antworten „und das ist ihr gutes Recht.“ Wir Muslime werden doch hierzulande mit Samthandschuhen angefasst. Mit orthodoxen Muslimen wie uns kann doch ein Kulturchristentum wie hierzulande gar nichts anfangen. Ich erinnere mich noch allzu gut an die Katastrophe namens Pater Sloot, mit dem Pierre Vogel im September 2009 einen kleinen Dialog führte. Dieser katholische Pater war nicht nur der Ansicht, dass protestantischer und katholischer Glaube die gleiche Nähe zur christlichen Lehre aufzeigen [>> Minute 2:14 bis 2:39 <<], sondern er bejaht dazu auch noch ausdrücklich, dass der Glaube an Jesus als Erlöser keine Notwendigkeit sei und auch Muslime, die sich weigern, das Christentum zu anzunehmen, errettet werden [>> Minute 8:22 bis 8:47<<].

Das ist Dialüg. Mit einem Pius-Bruder, Baptisten oder Methodisten wäre diese Sitzung anders abgelaufen, Pierre Vogel wäre sicherlich ordentlich ins Schwitzen gekommen und unsereins würde am Monitor garantiert nicht Gefahr laufen, jeden Moment einzunicken.

Wir müssen etwas lernen. Das Leben ist kein Ponyhof und Religion ist kein Spiel. Dialog und Konsens gibt es mit aufrechten Christen und Juden nur (aber garantiert) in gesellschaftlichen Themen, aber in der Religion gibt es knallharte Konkurrenz. Für uns sind sie FALSCH und für sie sind wir FALSCH. Diese Ehrlichkeit sind wir uns schuldig. Und anstatt uns darüber auszuheulen und gegenseitig die Nazi-, Rechtspopulisten-, Islamophoben-, Islamisten- und Antisemitenkeule rauszuholen, sollten wir die wahren Probleme dieser Gesellschaft anpacken.

Während sich die Kirche und Verbände gegenseitig religiösen Honig ums Maul schmieren, führen sich arabische und türkische Jugendgangs auf wie die Herren der Straße. In vielen Städten und Stadtteilen rauben, stehlen, dealen, prügeln, belästigen und bedrohen sie einheimische und oft unschuldige Mitbürger und ziehen damit das Ansehen des Islams in den Dreck. Und auch die deutschstämmige Jugend ist gefährdet durch Verrohung der Sitten, Alkohol- und Drogenkonsum und Rowdytum. Mediale Frühsexualisierung und schwindende Familienbindung lassen Verhaltensweisen und Milieus entstehen, in denen sich jungendliche Buben gegenseitig mit Besenstielen und Cola-Flaschen vergewaltigen und unter jüngsten Schülern auf dem Schulhof Gewalt-, Porno- und Vergewaltungsvideos getauscht werden.

In der Politik wurde bereits die Schwulenehe eingeführt (wenn auch NOCH nicht in Deutschland) und man diskutiert sogar schon die Aufhebung des Inzestverbotes. Wo führt das alles noch hin? All diese Entwicklungen sind nicht nur uns orthodoxen Muslimen ein gewaltiger Dorn im Auge. Auch viele erzkonservative Katholiken, evangelikale Protestanten und orthodoxe Juden stehen hier mit uns in einer Reihe. Hier ist Dialog und Konsens gefragt!

Aber wir (Muslime) kuscheln uns lieber an die Linken an, die diesen ganzen sodomistischen Dreck erst in die Wege leiten. Und das nur, weil sie sich als unsere einzigen Unterstützer anbiedern gegen die bösen rechtspopulistischen Islamhasser.

Die Christen machen es aber ähnlich. Sie lassen sich (z.B. auf PI-News & Co) von den Nihilisten,  Hedonisten und Atheisten vereinnahmen, die den Islam bekämpfen weil er eine starke Moral hochhält. Diese Menschen richten sich erst gegen den Islam und nehmen sich später das Christentum vor, das ist so sicher wie das Amin nach der Fatiha.

Aufrichtige Christen würden sich wundern, welche Optionen sich ihnen – im Dialog mit orthodoxen Muslimen – eröffnen würden. Ebenso wie im Juden- und Christentum, hat der Vertrag und seine Einhaltung einen äußerst großen Stellenwert bei uns. Minarettverbot??? Nicht nötig. Solche Protzbauten brauchen wir nicht. Ich persönlich würde sofort ein Verzichtserklärung diesbezüglich unterschreiben. Abschiebung krimineller Ausländer, besonders muslimischer??? Sicherlich, sofort! Wenn wir sie schon nicht nach Schariarecht verurteilen und bestrafen dürfen, dann sollen sie doch mindestens aus dieser Gesellschaft entfernt werden.

Und was die Religion angeht, so wird hier gar nichts verhandelt, außer vielleicht die Wahl der (rhetorischen) Waffen. Die Auseinandersetzung muss stattfinden, gesittet und anständig, aber ohne Lug und Trug. Immerhin geht es hier um nichts anderes als das Heil des Menschen nach dem Tode. Wer damit Humbug treibt, der ist ein Teufel.

„Viele Muslime messen der religiösen Dimension des Lebens große Bedeutung bei. Das wird zuweilen als Provokation aufgefaßt in einer Gesellschaft, die dazu neigt, diesen Aspekt an den Rand zu drängen oder ihn höchstens im Bereich der privaten Entscheidungen des einzelnen gelten zu lassen.“

(Papst Benedikt XVI., am 23.11.2011 in Berlin)

So sagte es Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch in Gegenwart einiger „muslimischer Vertreter“. Der Papst weiß die Dimension religiösen Glaubens durchaus zu schätzen, auch wenn er theologisch die Heilsfähigkeit anderer Religionen ablehnt, so weiß er doch genau, dass speziell die 3 Buchreligionen (Judentum, Christentum und Islam) mit einer ähnlichen starken Ethik und Moral ausgestattet sind. Ein gesellschaftlicher Konsens auf dieser ethischen und moralischen Basis ist garantiert heilsam für unsere Gesellschaft.

Und auch die islamische Gelehrsamkeit erkennt die Wirkung der Buchreligionen an und zieht sie allen anderen Religionen und Ansichten vor. Besonders erkannten aber auch die Gelehrten die Gefahr, welche sich ergibt, wenn religiöse Toleranz und Unverbindlichkeit Einzug halten. Imam ibn Taymiyyah (1263-1328 n. Chr.) -Allah sei ihm gnädig- erwähnte in einer seiner zahlreichen Rechtsurteile folgende Worte:

Ähnlich sind die toleranten Leute, die an keines der Gebote oder Verbote glauben und sich als Entschuldigung für ihre üblen Taten auf den göttlichen Willen und die Bestimmung berufen, schlimmer als die Juden, Christen und arabischen Götzendiener, denn selbst wenn die Letzteren Kuffār sind, glauben sie immer noch an einige Arten der Ge- und Verbote und an das Versprechen und die Warnung (d. h. das Jenseits), doch sie setzten neben Allāh Partner (falsche Götter), durch die sie eine Religion begründeten, die Allāh nicht befohlen hatte (vgl. 42:21), anders als die toleranten Leute, die alle Gesetze insgesamt ignorieren.

Sie sind nur mit dem zufrieden, was ihren Gelüsten und Begierden gefällt, und sie werden auf der Grundlage ihrer Gelüste und Begierden zornig. Sie sind nicht um Allāhs willen zufrieden oder zornig um Allāhs willen und sie lieben oder hassen auch nicht um Allāhs willen. Sie machen nicht das zur Pflicht, was Allāh zur Pflicht machte, und sie verbieten nicht das, was Allāh verbot, außer es gefällt ihren Gelüsten und Begierden, in welchem Fall sie es für diesen Zweck tun und nicht als Akt des Gehorsams ihrem Herrn gegenüber.

Daher verurteilen sie nicht das, was an Kufr stattfindet, an üblen Taten und Sünden, solange es nicht ihren Begierden und Gelüsten entgegensteht. Denn in diesem Fall werden sie es verurteilen, angetrieben von ihrer teuflischen Natur und nicht durch die Scharī`ah veranlasst und durch die Liebe zu Allāh. Somit stürzen die Satane sie tiefer in ihre Verirrung und sie halten niemals inne (vgl. 7:202). Die Satane können sich ihnen zeigen und sie ansprechen und ihnen bei einigen ihrer Gelüste und Begierden helfen, wie die Satane es mit den Muschrikūn, die Götzen dienten, zu tun pflegten.“

(Majmū` al-Fatāwa, 8/457-458).

Wie wir sehen, sind uns die aufrichtigen Christen und Juden in den Angelegenheiten der Ethik und Moral näher als die „toleranten Heuchler“ unter denen, die sich Muslime, Christen und Juden schimpfen, aber die Religionen und ihre Dogmen hinter ihren Rücken werfen. Das sollte uns immer klar sein, wenn wir uns an unsere gesellschaftliche und religiöse Verpflichtung in dieser Gesellschaft erinnern.

Ähnliche Beiträge

15 Antworten auf “Muslime wacht auf: Für einen Dialog mit „Rechtspopulisten“ und gegen Dialüg”

  1. Abdul Bari

    Guter Beitrag,vorallem der Teil darüber,dass man die Linke als „Freund“ nimmt. Man sollte dies öfters betonen,würde uns gut tun.

    Antworten
  2. Zimtbaum

    „Ja, „ werde ich darauf antworten „und das ist ihr gutes Recht.“

    Aus Allahs Sicht ist das Bekämpfen der Muslime nicht das gute Recht der Bekämpfer, sondern der Grund, wieso er sie ewiglich ins Feuer sperrt.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Man kann aber hierzulande längst nicht von einem tatsächlichen „Kampf“ sprechen, sondern im schlimmsten Falle höchstens von einer Härte in der verbalen Auseinandersetzung, der wir Muslime – vor lauter Empört-sein und Sich-diskriminiert-fühlen – rheotrisch gar nicht adäquat antworten (können/wollen).

      „Bekämpft“ wurden die Muslime in der mekkanischen Phase, die an Pfähle gebunden, der Wüstensonne ausgesetzt und gepeitscht wurden, denen gewaltige Steine auf den Körper gelegt wurden, denen ihr Besitz enteignet wurde und die vertieben wurden.

      Diese gewaltlose, ja geradezu harmlose verbale Härte einiger Islamhasser ist eine Herausforderung für uns, der viele Muslime leider nicht mehr gewachsen sind. Wir lassen uns lieber von den Linken bauchpinseln … obwohl wir wissen, dass genau aus dieser politischen Richtung die wahre Gefahr für unseren und jeden anderen Diin erwächst.

      Wa Allahu ‚alem.

  3. Zimtbaum

    “Minarettverbot??? Nicht nötig. Solche Protzbauten brauchen wir nicht. Ich persönlich würde sofort ein Verzichtserklärung diesbezüglich unterschreiben.“

    Auch das hätte ich genauer erläutert bekommen. Wieso sollte man als Moslem sich für ein Minarettverbot äußern?

    Konsequenterweise müssten man dann aber auch gegen Moscheen sein, denn nach echtem christlichen Glauben ist kein Platz für “falsche“ Religionen.

    Wieso also die Anwesenheit von Muslimen sowie ihre Dawa akzeptiert werden muss, nicht aber Minarette… Rätsel.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ein Minarett besitzt weder eine religiöse noch eine praktische Notwendigkeit. Es ist ein architektonisches Relikt des Orients. In nur wenigen Moscheen dieser Welt gehen die Muadhinin tatsächlich noch auf diesen Turm und rufen von dort aus den Adhan. Heutzutage wird der Gebetsruf auf Lautsprechern übertragen, der Muadhin bleibt dabei in den meisten Fällen am Boden.

      So lange hierzulande der öffentliche Gebetsruf sowieso verboten ist, macht es noch weniger Sinn ein Minarett zu errichten. Und sollte es einmal so weit sein, dass wir hierzulande den Gebetsruf erschallen lassen dürfen, dann reicht dafür auch ein Mast, der den Lautsprecher auf entsprechender Höhe positioniert.

      Wa Allahu ‚alem

  4. Zimtbaum

    Ich hab mich nur an der Formulierung gestört („gutes Recht“)

    Ich denke, ich verstehe woraus Sie hinauswollen. Aber die universelle Pflicht, für den Islam zu sein, lässt uns Muslimen keinen Raum für solche Formulierung wie oben, finde ich.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ich kann nachvollziehen, dass der Begriff „Recht“ hier durchaus polarisiert. Es ist natürlich kein religiös verbrieftes Recht, ich halte es eher für eine Art „Hausrecht“, das der indigene „Christ“ hierzulande in Anspruch nimmt, wenn er den Fremdling bzw. das Fremde kritisiert/abweist.

      Wenn Allah subhanahu wa ta’ala uns in Surah al’Ankabut (Aya 46) sagt, dass wir mit den Leuten der Schrift „streiten“ dürfen, dann impliziert das (denke ich) auch, dass die Leute der Schrift mit Argumenten kommen können, die uns missfallen. So ist das fast immer bei richtigen Debatten, Diskussionen oder Streits, man verteidigt den Haqq und der Andere greift ihn an.

      Einen „Streit“ ohne gegensätzliche Standpunkte gibt es nicht, oder wäre ein Farce …

      Wa Allahu ‚alem

  5. Festim Kada

    Nichtsdestotrotz ist die Fürsprache für ein Minarettverbot nicht sehr schlau finde ich.

    Bei uns in der Schweiz gibt es ja ein solches Verbot, dann kommen welche Muslime die behaupten das bräuchte es nicht und sei keine islamische Pflicht und so weiter. Klar damit bin ich vollkommen einverstanden, aber ist es schlau so etwas in der Öffentlichkeit zu sagen? Du gibst ihnen einen Freipass dir Sachen zu verbieten. Und das es nicht nur beim Minarettverbot bleibt kann man sich denken. 7 Jahre später will man in der Schweiz ein Niqab-Verbot einführen, auch hier gibt es Spezialisten die behaupten dies sei ja auch nicht Pflicht für uns Muslime, ja doch für manche eben schon!

    Und auch jetzt weiss man dass es natürlich bei einem Niqab-Verbot nicht bleiben wird. So bleibt ein Minarett auch was islamisches obschon es nicht Pflicht ist, warum würden sie es dann wohl verbieten? Warum ist es Ihnen ein Dorn im Auge?

    Klar können wir auch ohne Minarette, dies sollte aber nicht zum Verlust unserer islamischen Identität führen.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Es geht mir in dem Text nicht um die Unterstützung eines Minarettverbotes. Ich schreibe:

      «Minarettverbot??? Nicht nötig.»

      Es geht mir um einen freiwilligen Verzicht bzw. um eine zivilvertragliche Übereinkunft, anstatt eines staatlichen Verbotes. Man kann den gesellschaftlichen Ängsten hierzulande durchaus Rechnung tragen, indem man freiwillig auch derartig nutzlose Symboliken verzichtet. Zivilgesellschaftlich ausgehandelte Übereinkünfte haben nicht nur den Vorteil, dass sie jederzeit wieder verhandelt werden können, sondern sie nehmen der politischen Agitation auch den Wind aus den Segeln.

      Wa Allahu ‚alem

  6. Mohammed Isa

    Mohammed Isa

    Warum sollten kriminelle Ausländer die in Deutschland sozialisiert wurden (d.h. seit Geburt oder ein großen Teil ihres Lebens in Deutschland verbracht haben) abgeschoben werden dürfen? Sie sind auch ein Produkt der hiesigen Gesellschaft.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Dass jeder kriminelle Muslim hierzulande allein durch die hiesige Sozialisierung kriminell wurde, ist aus meiner Sicht nicht nachzuweisen und sicherlich auch nicht wahr. Aber gehen wir einfach mal davon aus, dann bedeutet das, dass diese Gesellschaft kein guter Ort für einen Muslim ist. Wieso sollten wir dann ein Interesse daran haben, dass er trotz alledem hier bleibt?

      Wenn er in seiner Heimat eine bessere Sozialisierung erfährt, dann ist das doch genau der Ort, an dem wir Muslime ihn sehen wollen.

  7. Mohammed Isa

    Mohammed Isa

    Wer gibt dir das Recht darüber zu bestimmen was er als „Heimat“ definiert? Die meisten Muslime, Kulturmuslime etc. aus Einwandererfamilien würden in der „Heimat“ ihrer Eltern nicht zurecht kommen. Das ist die Realität. Insbesondere jene die hier geboren und aufgewachsen sind. Abgesehen davon sprechen die meisten genauso schlecht/gut türkisch,arabisch etc. wie deutsch. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu sehen das viele Intellektuelle Türken größere Chancen in der Türkei sehen und auswandern. Freiwillig. Und da kommen wir zu der Frage des „Zwangs“.

    Antworten
  8. Abd al Nour

    @ Yahia

    Man muss bei kriminellen Ausländer auch nicht immer die Religions Zugehöhrigkeit so stark in den Vordergrund legen. Die meisten pflegen einen sekularen Lebenstill und begründen ihre Taten auch nicht mit dem Islam, oder werden so von Islam vorgegeben.

    Du kannst einem Menschen der hier geboren und aufgewachsen ist, nicht einfach in die Heimat seiner Eltern abschieben, er ist auch Teil dieser Geselschaft die unter anderen auch versagt hat, genau wie die Politik, die Wirtschaft, die Eltern und letztlich der Betroffene selber.

    Auch wenn sie keine rein westliche Sozialisation erfahren haben, was haben sie eigendlich für eine Sozialisation erfahren ? Es ist überhaupt nicht einfach diese Frage zu beantworten, weill viele Faktoren eine große Rolle spielen…

    Antworten
  9. Kamil

    Diese sog. Rechtspopulisten wollen nicht diskutieren, sondern Muslime aus Europa rauswerfen.

    Und gemäß ihrer Natur drängt es sie nach Eroberung, auch islamischer Länder.

    Würden die Piusbrüder am liebsten Istanbul in Konstantinopel verwandeln? Und orthodoxe Juden einen dritten Tempel errichten und die Al Aqsa abreißen?

    Ja, ja, tausend mal Ja.

    Antworten

Antworten