Die Begründung der Worte von Šayḫu-l-Islām bzgl. des Anlegens von Kleidung der Kuffar, um ihren Schaden abzuwehren

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Aus Al-Fatāwa-l-Ḥāyiriyyah, Fatwā Nr. 2

 

Die Begründung der Worte von Šayu-l-Islām bzgl. des Anlegens von Kleidung der Kuffar, um ihren Schaden abzuwehren

 

Von Aš-Šay Al-Muaddiṯt Nāṣir Bin amad Al-Fahd

fakka-llāhu Asrahu

 

 

Frage: Šayḫu-l-Islām erwähnt in (seinem Werk) Dar’u-t-Ta’āru:

Wenn eine Armee der Kuffār käme und den Muslimen ist es nicht möglich, sich von ihrem Schaden abzuwenden und sich zu verteidigen, außer, sie legen ihre (der Kuffār) Kleidung an. So ist ihre Abwehr in ihrer Kleidung besser als das Verlassen der Kuffār, die durch die (muslimischen) Gebiete umherziehen, als aus Angst sie in ihrer Kleidung nachzuahmen.

– Ende des Zitats.

Und dies wird durch eine Menge von Leuten des Wissens (Gelehrten) unterstützt, und darin liegt die Unklarheit. Nämlich, wenn die Kleidung an sich Kufr ist, wie das Umhängen des heiligen Kreuzes, ein Götzenbild und dergleichen, worauf basiert dann diese Begründung (von Ibn Taymiyyah)? Zumindest, da es zu unseren Uṣūl (Prinzipien) gehört, dass der Kufr – durch nichts legitimiert wird – zu unterlassen ist, außer, durch den (unmittelbaren) Ikrāh (Zwang). Was ist also die Antwort auf diese Unklarheit?

 

Antwort: Die Geschichtsbücher berichten, dass die Kreuzzügler nach der Eroberung von Al-Quds (Jerusalem) im Jahre 583 nach der Hiğrah die Stadt ’Akkā belagerten. Die Muslime litten an Provianten- und Waffenmangel. Ṣalāḥu-d-Dīn Al-Ayyūbī schickte damals eine Gruppe von Muğahidīn, die an Bord von Schiffen gingen, welche den Schiffen der Kreuzfahrer ähnelten, die ihre Bärte wegrasierten und Kleidung anlegten, die die Kuffār trugen und sie hissten die Segel auf denen Kreuze abgebildet waren. Als die Kreuzzügler sie sahen, dachten sie, dass es eine ihrer Armeen ist, und so ließen sie sie (vorbei). So gelang es ihnen anschließend in die Stadt von ’Akkā einzudringen und stellten die Bedürfnisse ihrer Einwohner sicher.

Was das Rasieren des Bartes und das Anlegen von verbotener Kleidung angeht, wie Gold und dergleichen, so sind diese Handlungen, wenn es notwendig ist, im Ğihād erlaubt. So wird überliefert, dass die Lüge, die Prahlerei, das Tragen von Seide und dergleichen erlaubt sind. Daher ist es zulässig, was von ihrer Art ist. Und wie diese verbotenen Sachen (al-Muḥarramāt) werden auch durch den Notzustand (aḍ-Ḍarūrah) ermöglicht.

Was aber das Hissen der Segel mit den abgebildeten Kreuzen und Götzenbildern angeht, die eine Verherrlichung ihrer Merkmale des Unglaubens darstellen, so ist das untersagt, denn sowas ist nur im Zustand des unmittelbaren Zwangs erlaubt. Allerdings gibt es einige Gelehrte, die es (im Krieg) als erlaubt ansehen. Dabei erwähnen sie folgende Beweise:

  1. Unter ihnen sind diejenigen, die nicht zwischen der Ḍarūrah und dem Ikrāh unterscheiden. So sehen sie im Notzustand als erlaubt, was auch im Zustand des unmittelbaren Zwangs erlaubt ist.
  2. Der Ḥadīṯ von Muḥammad Ibn Maslamah über den Mord an Ka’b Ibni-l-Ašraf.
  3. Der Ḥadīṯ von Al-Ḥağğāğ Ibn ’Illāṭ.
  4. Inwiefern die Kuffār die Muslime angreifen und sie überwältigen, werden sie sie entweder töten oder versklaven oder sie aus ihren Häusern vertreiben, was den Gipfel des Zwangs darstellt. Als ob die Kuffār mit solch‘ einer Invasion die Muslime zu solch‘ einer Tat zwingen und der (unmittelbare) Zwang gestattet, Kufr zu begehen, solange sich das Herz beruhigt im Īmān befindet.

 

All diese Beweise sind zu kritisieren mit Ausnahme des letzten. Wenn also die Muslime wirklich in einem solchen Zustand fallen würden, in dem man die Tötung und die Versklavung von Muslimen abwenden könnte, dann wäre es zulässig, denn sie würden sich unmittelbar in einem Zustand des Zwanges vorfinden – und Allāh weiß am besten. Jedoch sind es in dieser Situation die Gelehrten, die eine Fatwā gemäß der Šarī’ah-Regeln erteilen.

 

Und Allāh weiß es am besten.

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2 Antworten auf “Die Begründung der Worte von Šayḫu-l-Islām bzgl. des Anlegens von Kleidung der Kuffar, um ihren Schaden abzuwehren”

  1. Paran

    Wer ist gemeint mit Shaikh ul Islam?

    Oder ist man der Meinung, dass es nur einen gibt, sodass auch nur einer infrage kommt und man keinen Namen nennen muss?

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    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      Es gab viele Shaykh ul Islam. Wenn wir heutzutage aber den Begriff benutzen meinen wir oft Shaykh ul Islam Ibn Taymiyyah.

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