Ketten der Vergangenheit

20 Kommentare

Von Adel al-Kalbani, dem ehemaligen Imam der Masjid al-Haram in Mekka. Der nachfolgend ins Deutsche übertragene Artikel erschien am 31. August 2014 in der saudi-arabischen Tageszeitung „al-Riyadh“ in arabischer Sprache.

Unaufhörlich käuen wir mit aller Macht die Vergangenheit wieder, sodass sie sich unseres Lebens ermächtigt hat und zum Hindernis für den Fortgang unserer Gegenwart geworden ist und ich weiß nicht, was sie mit unserer Zukunft machen wird.

Die Vergangenheit, von der wir behaupten sie sei das Verständnis der Altvorderen, das Handeln der Altvorderen und die Sichtweise der Altvorderen, so weit, dass jemand, dem ein Problem widerfahren ist sich in ein Buch flüchtet, dass vor Jahrhunderten geschrieben wurde und darin nach einer Lösung für sein Problem sucht!

Sodann verkünden wir mit erhobener Stimme: Der Islam passt zu jedem Ort und zu jeder Zeit!

Wie merkwürdig ist es doch, dass wir noch immer Gefangene in den Katakomben der fernen Vergangenheit sind und die Worte Maliks – Allah erbarme sich seiner – nachkauen: „Für die Letzten dieser Ummah ist nur richtig, was schon für die Ersten richtig war.“ Und dabei denken wir, dass dies bedeutet, wir hätten im Zustand des ersten Jahrhunderts nach der Offenbarung zu verbleiben mit dem selben Lebensstil, den selben Ideen und den gleichen Wissenschaften!

Ich verstehe aus diesen Worten nicht, dass unsere Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmen und unsere Zukunft fesseln soll, sondern ich verstehe daraus, dass es das Motiv ist, welches das Denken der ehrwürdigen Gefährten änderte und sie in jener wundersamen Weise aus den Höhlen der Dunkelheit und des Irregehens heraus an das Licht der Wahrheit und die Weite der Erde brachte.

Was den Zustand der Altvorderen in Ordnung brachte war nicht das Verbleiben auf dem Erbe der Vorväter und nicht das Festhalten an den Ideen der Vergangenen, sondern das komplette Gegenteil davon. Die Altvorderen entledigten sich des Kleides der blinden Nachahmung und mit der Herabsendung von „Lies“ begann man wieder, den Verstand zu benutzen, nachdem er über viele Jahrhunderte ausgeschalten war und das Rad der Veränderung begann sich zu drehen. Eine Veränderung der bitteren Realität, die erfüllt war von Tyrannei, Rückständigkeit und Götzendienerei, setzte durch klare, deutliche, rationale Grundsätze ein. Sie öffneten ihre Augen vor dem, was vor ihnen stand und was der Schleier des Befolgens der Sitten der Vorväter sie nicht hat sehen lassen. Es war vor ihren Augen, jedoch konnten sie es nicht wahrnehmen, bis der edle Quran diesen Schleier lüftete und die Blicke klärte. So erkannten sie, vor was sie blind waren und sie nahmen wahr, wessen sie unachtsam waren.

Im gleichen Geiste wünsche ich mir von der Vergangenheit, dass sie uns vom Joch der rückständigen Gegenwart befreit, jedoch nicht, indem sie uns aus ihr herauszieht. Ich will, dass unsere Vergangenheit uns die Realität sehen lässt, wie sie ist, uns den Weg zu Fortschritt und Zivilisation aufzeigt und uns den Aufbruch zum Horizont der Zukunft bereitet, der erleuchtet ist von der Leitung der beiden Offenbarungen und nicht von den Meinungen von Menschen, die ihr Äußerstes für das gegeben haben, was Allah ihnen vom Wissen jener Zeit eröffnet hat.

Würden wir uns auf die Vergangenheit als Grundstein für die Zukunft und als Fundament für die Gegenwart stützen, so wäre dies besser, als dass uns die Vergangenheit in Feindseligkeiten, Streitereien und gegenläufige Meinungen um ihretwillen verstrickt, sodass wir schwach werden und uns zersplittern.

Würden wir das tun, so säßen wir mit überkreuzten Beinen auf dem Thron der Zivilisation, deren Spitze und Krönung wir einst waren!

Wir müssen bestätigen, dass es in unserer Vergangenheit Dinge gibt, die nicht angemessen für unsere Gegenwart sind. Der religiöse Verfall des Westens setzte erst ein, als den Menschen die Kluft zwischen dem klar wurde, was der menschliche Verstand an der Zivilisation zuträglichen, wissenschaftlichen Wahrheiten zu erreichen vermochte und dem, was die Kirche an Glaubenssätzen und Regeln festlegte, wovon ein Teil verfälscht war, ein Teil falsch verstanden und andere Teile nur auf bestimmte Zeiten anzuwenden gewesen wären.

Den Reihen jener, die das Festhalten an der Vergangenheit – im Großen wie im kleinsten Detail – für sich in Anspruch nehmen, ist eine Jugend entwachsen, die für Ansichten und Methoden kämpft, die die islamischen Konzepte und islamrechtlichen Erwägungen ihres Zweckes beraubt, die Ummah auf den richtigen Weg zu bringen. Diese Gruppe, die sich selbst das Recht zugesprochen hat, die Vernunft verschwinden zu lassen, versteht die Realität der Ummah nicht und ist unfähig sich an die mit den Sinnen wahrgenommene und sichtbare Wirklichkeit anzupassen.  Ihre Methode ist deswegen den anderen zu bezwingen oder ihn des Unglaubens, des Frevels und der Ketzerei zu bezichtigen.  So findet man sie an jeder Passstraße des Lebens die Vernünftigen davon abhalten, mit der Gegenwart zu gehen oder zu ihr aufzuschließen. Wer es nun wagt sie zu kritisieren und ihre Fehler zu erklären, für den und alle, die wie er sind, ist der Anwurf „Khariji“ bereits vorbereitet. Und wer darüber spricht, was die Rechte der Frau in Tun und Gebaren sind, der ist ein Irregehender, Dreckiger und einer, der die Religion verwässert. Und wer eine richtige Ansicht hervorbringt, der wird ausgeblendet und nicht beachtet, da er ihrer „Salafiyah“ widerspricht und damit der „größten Mehrheit“ und der „erretteten Gruppe“. Und wer sich der Rechtsfindung bemüht und aus der Schariah ein Urteil ableitet, das auf eine Situation angewendet ist, in dem die jeweiligen Spezialisten in Zahlen sprechen, so ist dieser jemand, der sich einen Sturm auf die Tore der Hölle herausnimmt. Und wer …, und wer …, und wer…

So werden wir also hinten an bleiben, gefangen in den Ketten der Vergangenheit, solange wir nicht unsere Hände auf die Wunde legen, die, wenn wir ihr nicht beikommen, sich auf alle Teile des Körpers ausdehnen wird. Dann werden wir nicht mehr von einem Keim, sondern von einem Wald von Dornen und Büschen sprechen. Das Merkwürdige ist, dass diese peniblen Übertreiber im Vergleich – trotzdem sie ihre Gegner zu Ungläubigen, Fehlgeleiteten und Erneuerern erklären – doch den Dogmatismus ihrer Ideologie, die Bigotterie ihrer Lehren und die Enge ihres Verständnisses nicht bestätigen und nicht zugeben, dass sie einen Samen gesät haben, dessen bittere Früchte die Ummah heute teilweise kostet.

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20 Antworten auf “Ketten der Vergangenheit”

  1. Maron

    Zwei Sachen:

    1.“Die Altvorderen entledigten sich des Kleides der blinden Nachahmung und mit der Herabsendung von „Lies“ begann man wieder, den Verstand zu benutzen, nachdem er über viele Jahrhunderte ausgeschalten war und das Rad der Veränderung begann sich zu drehen.“

    Feiner Unterschied: Wir berufen uns auf islamische Altvorderen, die Sahaba hingegen hatten keine islamischen Altvorderen, Logik!

    Ergo ist dein Gedanke ungültig.

    2.Wenn die Altvorderen die Religion am besten ausgelebt haben, belegt durch Quran und Sunnah, dann kann es ja wohl nicht schlecht sein, sich in Fragen der Religion an ihnen zu halten.

    Denkst du eigentlich nach, bevor du lostippst? Vor allem Punkt eins ist wirklich peinlich.

    Außerdem handelst du selbst nicht nach deinem Artikel.

    Praktisch alle deine Ideen, die du in diesem Blog gepostet hast, sind entweder zahiritisch/wahhaabitisch geprägt und der Rest ist eine Art islamischer Freigeist.

    So sagst du ernsthaft, Rauchen sei unproblematisch.

    Melonen sind unproblematisch, schwimmen ist unproblematisch, aber Rauchen?

    Iwie funken deine Synapsen a-normal.

    Antworten
    • Zia ul Haq

      Zia ul Haq

      Dürften wir untertänigst Fragen zu welcher rechtgeleiteten Gruppe du gehörst? Zahiritisch/wahabitisch konnte ich schon ausschließen 😀

  2. Maron

    Ups, Sorry, der Artikel ist ja gar nicht von dir.

    Ändert aber nichts an den beiden Kritikpunkten.

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  3. Maron

    @Zia

    Ich habe im Buch von Mohammed Asad (Weg nach Mekka) gelesen, wie jemand von der Azhar etwas ähnliches ansprach.

    Auch hier wurde der Fehler gemacht, in der angeblich falsch gelebten Religion die Ursache für die Misere der Muslime zu suchen.

    Die meisten Probleme der Ummah liegen in ineffizienten, von Korruption und Tyrannei geprägten Staatsgebilden.

    Für eine gesunde Volkswirtschaft braucht man Rechtsstaatlichkeit und Diskussionskultur.

    Der Rest kommt von allein.

    Die Deutschen – haben Sie Moral im tiefergehenden Sinne? Oder Gottesfurcht?

    Aber trotzdem sind die Nr. 4 nach BIP.

    Wir haben den Glauben, aber den Rest verloren, bei den westlichen Ländern ist es oft andersrum.

    Antworten
    • Zia ul Haq

      Zia ul Haq

      Diese Tyrannei wird oftmals religiös begründet, jede Regierung im Nahen Osten hat einen Mullah-Aparat, der ihre Politik absegnet. Ob der Shöich-üüül-Islam in der Türkei oder der Obergrufti Ägyptens, alle nicken brav alles ab und fordern den Pöbel auf selbiges zu tun.

      Für eine gesunde Wirtschaft benötigt es in erster Linie Freiheit. Die Gewährleistung von Blut, Eigentum und Würde. Doch diese ist meistens den Herrschenden ein Dorn im Auge und der hohen Geistlichkeit ebenso.

      Der Rest kommt von allein.

  4. Maron

    @Zia

    “Dürften wir untertänigst Fragen zu welcher rechtgeleiteten Gruppe du gehörst? Zahiritisch/wahabitisch konnte ich schon ausschließen “

    Wenn ich mich recht erinnere, waren die Muslime auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs theologisch von Rechtsschulen beherrscht.

    Besonders bitter: Konstantinopel wurden von Hanefiten eingenommen – türkischen!

    Doch eher deutet man den entsprechenden Hadith um, als anzuerkennen, dass dieser Türke prophezeit wurde.

    Antworten
    • Zia ul Haq

      Zia ul Haq

      Ach so ist das. Jetzt weiß ich auch, wer unter einem anderen Beitrag von nicht-integrationswilligen Kurden schwadronierte.

      Die Rechtsschüler – besonders die Hanafiten – waren gern gesehene Gäste, wenn es die Tyrannei einen religiösen Touch benötigte. Du könntest uns ja etwas darüber erzählen, wie die Mission des Hanafismus begann und in welcher Beziehung sie den anderen Kirchen stehen?

      Der Türke der Konstantinopel erobert hat, war alles andere als ein supergläubiger Herrscher. Wärst du sein Bruder gewesen, hättest du seinen Regierungsantritt wohl nicht überlebt.

      Aber kann man mit verblendeten Parteigängern und Nationalisten (die zu ihrem Überlegenheitsdenken gerne noch einen islamischen Mantel anlegen) überhaupt kritisch debattieren?

      Die Unrechtsschulen sind nicht ausgestorben, warum sind wir also in der heutigen Situation. Weil es keine strammen Hanafiten mehr gibt?

    • Zia ul Haq

      Zia ul Haq

      Hadith-Umdeutung? Seit wann bist du denn dazu befähigt? Nehmen wir etwa nur das was gefällt?

    • Isaac

      Bismillah;

      @ Tariq (ausschließlich)

      Unumgänglich wird das Licht fallen; fallen auf euch und euren Blog; wehe dem dann, der seinen eigenen verfallen war.

      Übrigens: Tabakkonsum (hier auf das Rauchen bezogen) führt zu erheblicher Beeinträchtigung des Atemtraktes samt einer Belastung der Herzkranzgefäße; vielleicht wird sich jedoch das Finanzministerium über die ganzen Steuereinnahmen freuen.

      @ Maron: Sind sie über die Explanation (Erklärung) des Wortes „wahabitisch“ kundig? Al-Wahhab ist einer der Namen des Majestätischen. Nun; ich weiß, dass die Anhängerschaft Muhammad Ibn Abd-Al-Wahhabs seitens einiger „Sonderlinge“ als „wahabitisch“ bezeichnet wird; man führe die Etymologie (Wortherkunft) vor Augen und begreife, dass diese Bezeichnung keine Beleidigung per se (an sich) sein kann.
      Konstantinopel wurde zwar seitens der Osmanen belagert, aber ihr leitender Taghut war kein Muslim, folglich auch kein Hanafit. Welcher hanafitische Gelehrte hat denn jemals ein Rechtsurteil (Fatwa) erlassen, welcher
      a) die Ermordung des leiblichen Bruders zwecks der Machtübernahme und
      b) die Aufhebung islamischer Urteile „zugunsten“ der Staatsfinanzen
      legitimiert hat? All dies können sie bei „Fatih“ vorfinden.

      @ Zia (ausschließlich): Sind sie innerhalb der Informatik bewandert? Haben sie bereits versucht ein eigenes OS samt einer simplen grafischen Oberfläche ihrem Intel (oder was sie sonst so haben) zu verpassen? Oder bauen sie schon eigene CPUs a la 14nm Technologie? Oder haben sie bereits all dies hinter sich gebracht und fragen sich, wie sie einen 64 bit mit einem 32 bit UEFI kastrieren können?
      Das Gelehrtentum ist ihnen meilenweit voraus; mit einigen Diffamationsversuchen hier und diversen synaptischen Fehlpotenzialen da werden sie nie den Status der Wissenden erreichen. Muslime bauen aufeinander auf; und das ist auch gut so.
      Und übrigens: Hanafitische Gelehrte exisitieren, soweit ich die zeitgenössische Situation erfassen kann, nicht mehr. Stattdessen wird seitens einiger Pseudogelehrten exorbitante Propaganda betrieben; sie nennen es vielleicht „Hype“; ich nenne es einfach Irreführung.

      Dennoch scheint es ja ihrer Kenntnis nicht entgangen zu sein, dass der osmanische Taghut irgendwie seinen Bruder töten ließ; wissen sie vielleicht mehr, als sie akzeptieren wollen?

  5. Maron

    @Zia

    “Dürften wir untertänigst Fragen zu welcher rechtgeleiteten Gruppe du gehörst? Zahiritisch/wahabitisch konnte ich schon ausschließen “

    Wenn ich mich recht erinnere, waren die Muslime auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs theologisch von Rechtsschulen beherrscht.

    Besonders bitter: Konstantinopel wurden von Hanefiten eingenommen – türkischen!

    Antworten
  6. Chadidscha

    As-salamu alaykum

    Gibt es den Artikel auch im arabischen Original? Oder den Link dazu?

    Danke
    Chadidscha

    Antworten
  7. Maron

    “Hadith-Umdeutung? Seit wann bist du denn dazu befähigt? Nehmen wir etwa nur das was gefällt?“

    Es geht nicht um mich, kannst du nicht lesen? Es geht um folgenden Sachverhalt:

    Verily, you shall conquer Constantinople, the best leader is its (the army’s) leader and that army is the best army. (Jaamius sagheer Hadith7227)

    Was nicht sein darf, darf nicht sein. Also verlegen manche dieses Ereignis in die Zukunft.

    D.h., Istanbul mit all seinen Moscheen wird noch mal unislamisch und anschließend findet sich eine Armee und ein Anführer und erobern ausgerechnet diese Stadt.

    Ich meine, wenn es zu sowas kommt, wie viele andere Städte werden dann noch erobert in der Türkei vom Feind?

    Und heißt das, wir Muslime werden zu neuer Macht kommen mit Kampfschiffen, Panzern usw.?

    Klingt ziemlich umständlich, das ganze in die Zukunft zu verlegen …;)

    Dann doch lieber beim Mehmet dem Eroberer bleiben

    Antworten
  8. @isaac

    @Isaac

    siehe meinen letzten Kommentar und den Hadith zur Einnahme Konstantinopels.

    Antworten
    • Isaac

      Sie scheinen den Hadith fehlinterpretiert zu haben; sofern sie die Überlieferungen exakt analysieren, werden sie in shaa Allah bemerken, dass der Hadith oftmals fehlattribuiert (fehlerhaft Fatih zugeschrieben) wird:

      In Muslim wurde berichtet, dass die siegreiche Gruppe (siegreich über Konstantinopel) hierauf (nach der Eroberung) Isa Ibn Maryam („Jesus“) empfangen wird (Allahs Friede sei auf ihm); die Belagerung (seitens der Osmanen) wird einigen Jahrhunderten vorher zugeordnet (um 1500 nach christlicher Zeitrechnung) und Isa Ibn Maryam, Allahs Friede sei auf ihm, erschien nicht. D.h. der Hadith kann sich nicht auf den türkischen Eroberer beziehen.

      PS: Die Überlieferung konnte ich hier nicht posten, da die Website scheinbar Probleme mit arabischen Texten hat.

  9. Safran

    @Isaac

    Sie sind es, der unsauber arbeitet.

    Ich habe nicht den ähnlichen Hadith aus Muslim zitiert, sondern aus “saheeh al jaami al sagheer“.

    Hier nämlich fehlt der Hinweis auf Dajjal, Isa ra. etc.

    Möglich, dass hier dasselbe Szenario beschrieben wird, möglich ist auch, dass der aus Muslim ein Fake ist und obiger echt.

    Aber ich gebe zu, dass mit dieser Ahadithfamilie einiges nicht stimmt.

    Es ist doch unlogisch, dass Istanbul nach 600 Jahren faktischer Islamisierung (trotz aller Säkularisierung sagen die Menschen inshallah und mashallah und es beten 1/3 aller Türken, der Rest ist zu faul dazu) wieder von Kuffar beherrscht wird, nur um anschließend wieder erobert zu werden.

    Auch ist davon die Rede, dass die Kämpfer ihre “Schwerter in die Äste der Olievenbäume hängen werden…“

    Schwerter?

    Selbst wenn moderne Gewehre gemeint sind, bleibt das alles konfus.

    Aber man kann trotz allem nicht abstreiten, welchen Nutzen die Osmanen für den Islam hatten.
    Sie schützten das Blut der Muslime für Jahrhunderte und wären beinahe in Europa eingedrungen.

    So verhasst können sie Allah also nicht gewesen sein, oder?

    Antworten
    • Isaac

      Ich hatte bereits das ungute Gefühl, dass sie unter diversen Namen kommentieren; ungut aus jenem Grund, da sie in erheblichem Maße ihre eigene Ansicht miteinfließen lassen.

      Um einen Hadith als authentisch einzustufen, bedarf es zunächst einmal an Wissen; die Interpretation jener Überlieferungen bzw. die umfassende Betrachtung der Ahadith (wie passen sie zusammen?) ist ebenfalls den Wissenden vorbehalten.

      Ein Mensch, der nicht über die absoluten anatomischen Grundlagen (des Menschen) verfügt, wird wahrscheinlich als Chirurg versagen. Wie ist es dann erst mit der Zusammenführung von Überlieferungen?

      Übrigens: Das Osmanische Reich als Referenz (Bezug) heranzuziehen, finde ich inkorrekt. Ich hatte z.B. oben exemplarisch dargelegt, warum Fatih kein islamischer Herrscher sein konnte: Er war nämlich derjenige, der nicht mit islamischen Gesetzgebung regierte. Ich komme übrigens selbst aus der Türkei.

    • Isaac

      PS: Ibn Kathir hat ein Buch über die prädestinierten (vorherbestimmten) Ereignisse, welche in der Zukunft liegen, verfasst; soweit ich mich erinnern kann, wurde auch jener Hadith mit der Erorberung Konstantinopels in Zusammenhang mit dem Erscheinen Isas (Ibn Maryam, Allahs Friede sei auf ihm) in Verbindung gebracht.

  10. Safran

    @Ibn Kathir lebte vor der Eroberung Konstantinopels.

    Und: Der Prophet redet eindeutig davon, dass wir Konstantinopolis erobern.

    Jetzt heißt die Stadt aber Istanbul.

    Es müsste also zu einer Rückeroberung der Christen kommen, die sie wieder in Konstantinopolis umbenennen?

    Dein Beispiel mit dem Chirurg ist unpassend. Ein Herz ist immer ein Herz.

    Aber ein vertrauensvoller Überlieferer ist nicht immer ein vertrauensvoller Überlieferer, sondern vielleicht ein Lügner gewesen.

    200 Jahre lagen zwischen dem Propheten sas und den ersten Hadithsammlern.

    Da dürfte so manches erdichtet, vermengt und missverstanden worden sein.

    Warten wir ab und schauen, was passiert.

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    • Isaac

      Lass die pseudophilosophischen (scheinphilosophischen) Erklärungsansätze und analysiere mal wie präzise Imam Bukhari (usw.) bei ihrer Ahadith-Sammlung vorangingen. Es ist unerheblich, ob Ibn Kathir vor oder nach der Erorberung gelebt hat; tritt der Fall in Kraft, dass die Erorberung Konstantinopels in zeitlichem Zusammenhang mit dem Erscheinen Isa Ibn Maryams, Friede sei auf ihm, steht, dann wird dies auch derart eintreten; unabhängig davon, ob heute die Bezeichnung Istanbul verwendet wird oder nicht.

      PS: Herz ist nicht gleich Herz; es existieren zahlreiche Versorgungstypen usw. (also arterielle Zuflussarten).

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