Das Gebet hinter einem Muslim, dessen Lage unbekannt ist

Kommentieren

Erstveröffentlichung von dem Bruder Muhajir am 07.02.2013

 

Folgendes ist eine Übersetzung aus dem Buch über die Warnung vor dem Übertreiben im Takfir von Sheikh Abu Muhammad al-Maqdisi

 

Der dritte Fehler

Das Verbieten der Verrichtung des Gebetes hinter einem Muslim, dessen Lage unbekannt ist, bis man über seine Aqidah bescheid weiß


Zu den verbreiteten Fehlern im Takfir zählen auch die Worte einiger Individuen, die behaupten dass es nicht erlaubt wäre das Gebet zu verrichten, außer hinter einer Person, dessen Aqidah sie kennen, oder ihn davor auf die Probe stellen, obwohl diese Person die Eigenschaften und die spezifischen Merkmale des Islams zeigt und nicht in eine Tat gefallen ist, die den Islam zerstört. (Eine solche Person wird ein Muslim unbekannter Lage genannt – Masturul Haal.)

Diese Leute bedingen, dass man von der Person, hinter der gebetet wird, weiß, dass sie die Tawaghit abgelehnt und auf sie Takfir gemacht hat, gemäß ihrem eigenen Tafsil (detaillierte Erklärung). Die Errichtung dieser Bedingung führt zu der Verbreitung dieser Regel und ihrer Vielfalt, gemäß der Vielfalt der Gelüste derer, die sie bedingt haben. Einige von ihnen sehen die Gelehrten, die dem Taghut schmeicheln und zu ihm neigen als Mönche und Priester. Deshalb sind sie ihrer Meinung nach Tawaghit und wer nicht öffentlich auf sie Takfir macht, den erklären sie zum Kafir und sie beten nicht hinter ihm, denn er hat den Kufr gegen den Taghut nicht gemacht und deshalb ist er kein Gläubiger. Sie berücksichtigen nicht, dass dieser glaubt, dass sie irren, dass er sich von ihrem Batil lossagt, Takfir auf die Tawaghit macht und sie hasst. Dies geschah mir vor langer Zeit, als eine Gruppe von ihnen anwesend war. Sie begnügten sich nicht damit, mich zum Kafir zu erklären, sonder erklärten auch alle, die hinter mir beteten, zu Kuffar.

Die Wahrheit an die wir glauben und nach der wir handeln ist folgende: Jeder, der etwas von den äußerlichen Merkmalen des Islams zeigt, ist ein Muslim in den Urteilen der Dunya (Diesseits), ohne dass wir sein Innerliches betrachten. Das Urteil in der Dunya ist nicht an das Innerliche einer Person gebunden, sondern es wird Allah überlassen. Hinter einer solchen Person wird das Gebet verrichten und man betet auch das Totengebet für ihn. Man grüßt ihn mit dem Salam und isst, was er schlachtet – man behandelt ihn also wie einen der Ahlul Qiblah (Muslime), bis er eine Tat zeigt, die den Islam zerstört.

Der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, sagt:

„Wer unser Gebet betet, sich unserer Qiblah zuwendet und von dem isst, was wir schlachten, dieser ist ein Muslim.“

Qurtubi überliefert von Ishaq Ibn Rahawayh den Konsens bezüglich dieser Frage.

Die Worte des Propheten, sallallahu alaihi wa sallam:

„und von dem isst, was wir schlachten“

bedeuten, dass der Mensch nur das isst, was auf unsere Art (islamisch) geschächtet wurde. So isst er nicht das Fleisch, was von den Mushrikin gegessen wird, und das Allah verboten hat.

Dies verdeutlicht die Überlieferung, die Bukhari von dem Propheten, sallallahu alaihi wa sallam, erwähnt:

„Mir wurde befohlen gegen die Leute zu kämpfen, bis sie ‚La ilaha illallah‘ sagen. Wenn sie dies sagen und unser Gebet beten, indem sie sich unserer Qiblah zuwenden und so schlachten wie wir das tun, dann ist uns ihr Blut und ihr Vermögen verboten (unantastbar), außer wenn es (d.h. das Wort ‚La ilaha illallah‘) dies verlangt und ihr Urteil obliegt Allah.“

Schau wie der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, das Schlachten zusammen mit den restlichen Merkmalen des Islams erwähnt hat und es nicht einzeln als Beweis für den Islam einer Person erwähnt hat, denn dieses Merkmal teilen einige Anhänger anderer Religion mit uns, wie die Juden, die Christen und andere, die sich an ihre Religion halten. Das Beispiel des Schlachtens ist wie die anderen Beispiele, die nicht nur spezifisch für die Muslime sind. Zu diesen Dingen gehört auch die Sadaqah, das Wohlwollen, ein edler Akhlaq, das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten und das Verrichten guter Taten. Diese genannten Dinge sind nicht spezifisch für die Muslime, auch wenn sie zu den Teilbereichen des Iman gehören. Sie sind nämlich Gemeinsamkeiten, die Muslime und Kuffar verrichten können.

Der Fall von Hatim At-Taiy ist allgemein bekannt. Im Hadith von Hakim Ibn Hizam steht, dass er Allahs Gesandten, sallallahu alaihi wa sallam, fragte:

„Was ist mit den Taten, die ich als Ibadah verrichtete in der Zeit der Jahiliyya, wie die Sadaqah, das Befreien von der Sklaverei und das Verbinden der Verwandtschaftsbande? Bekomme ich einen Lohn für sie?“ Allahs Gesandter, sallallahu alaihi wa sallam, sagte daraufhin: „Du hast den Islam auf dem, was du vom Guten getan hast angenommen.“

Der Hadith ist muttafakun alaih.

Von Aisha, radiallahu anha, wird überliefert, das sie gesagt hat:

„Ich fragte: ‚O Gesandter Allahs, Ibn Jud’an pflegte in der Jahiliyya die Verwandtschaftsbande zu verbinden und die Weisen zu ernähren. Wird ihm das etwas nützen?‘ ‚Nein, o Aisha‘, antwortete der Prophet. ‚Er sagte nie: ‚Mein Herr, verzeihe mir meine Sünden am Jüngsten Tag.‘ „

Der Hadith wird bei Imam Ahmad 6/63, Muslim und anderen überliefert.

Deshalb sind diese Sachen Gemeinsamkeiten und es genügt nicht aufgrund von ihnen einer Person mit dem Islam zu urteilen. Sie sind aber ein Hinweis, dass es sich um den Islam handeln könnte und sie werden ein Grund, damit der Mensch die Angelegenheit überprüft. Darüber sprechen wir später.

Was die spezifischen Dinge des Islams angeht, so zeigen sich diese in Zeichen und Taten, die nur für die Muslime spezifisch sind, neben allen anderen Religionen. Deshalb richten wir über denjenigen, der sie zeigt, mit dem Islam und wir verhalten uns ihm gegenüber im Diesseits wie gegenüber einem Muslim, auch wenn er das Gegenteil im Inneren verbirgt, außer wenn er eine Tat begeht, die ihn aus dem Islam wirft.

Der Kommentator der „Tahawiyya“ sagt:

„Es ist wahr, dass der Mensch als ein Muslim angesehen wird, sofern er irgend eine Tat verrichtet, die zu den spezifischen Zeichen des Islams gehört.“

Zu diesen gehören:

1. Das Aussprechen der Shahadah. Wegen dem Hadith:

“ Mir wurde befohlen gegen die Leute zu kämpfen, bis sie ‚La ilaha illallah‘ sagen. Wenn sie dies sagen und unser Gebet beten, indem sie sich unserer Qiblah zuwenden und so schlachten wie wir das tun, dann ist uns ihr Blut und ihr Vermögen verboten (unantastbar), außer wenn es (d.h. das Wort ‚La ilaha illallah‘) dies verlangt und ihr Urteil obliegt Allah.“

Der Hadith ist muttafakun alaih.
Dann der Hadith von Usama Ibn Zayd, in dem steht, dass der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, sagte:

„Hast du ihn etwa getötet, nachdem er ‚La ilaha illallah‘ gesagt hat?!“

Der Hadith ist ebenfalls mutaffakun alaih.

Wer die Shahadatayn (Die zwei Bekenntnisse des Islams, ‚La ilaha illallah, muhammadun rasulullah‘) wird als Muslim angesehen, sein Blut und sein Vermögen werden geschützt und man verhält sich ihm gegenüber wie gegenüber einem Muslim, außer er begeht eine Tat, die den Islam zerstört. Dies ist deshalb der Fall, da die Worte „La ilaha illallah“ ihre Bedingungen und ihre Auslöscher haben. Einige davon sind innerlicher Art und nur Allah weiß sie; andere sind äußerlich und haben einen Einfluss auf das Urteil über den Islam einer Person in den Urteilen des Diesseits und dies ist das, was uns hier interessiert.
Das Aussprechen der Shahada zusammen mit Taten, die sie vernichten und auslöschen und ohne das Verlassen und die Lossagung von einer solchen Tat, wird demjenigen, nichts nützen, der sie ausspricht, auch wenn er fastet, betet und behauptet ein Muslim zu sein. Die Shahada wird ein Beweis für den Islam einer Person im Sinne, dass sie eine Vereinbarung zwischen dem Diener und seinen Herrn ist bezüglich dem Ausführen der Shariah (d.h. die Taten, Regeln, Urteile etc., A.d.Ü.), der Zufriedenheit mit Ihm und dem Gehorsam Ihm gegenüber, ohne Taten zu begehen, die diese Vereinbarung zerstören. Wenn eine Person demnach Worte oder Taten zeigt, die die Shahadah ungültig machen, so fällt damit seine Unantastbarkeit weg, die er mit dem Aussprechen der Shahadah erlangte. Das Gleichnis dazu ist eine Person, die die Shahadah ausspricht, aber sich weiterhin vor einer Götze niederwirft. Oder sie spricht die Shahadah aus, sagt sich aber nicht vom Glauben los, dass Jesus Gott ist. Oder sie spricht die Shahadah aus, beleidigt aber weiterhin Allah, tabaraka wa ta’ala, die Religion, oder sie spricht die Shahadah aus und verlässt die Gesetzgebung und das Richten nach ihr nicht.

Zusammenfassung: Die Shahadah wird zu den spezifischen Merkmalen des Islams gezählt und derjenige, der sie ausspricht wird als Muslim angesehen, außer er begeht eine Tat, die ihn aus der Religion wirft. Wenn er also ein Murtadd wird, indem er eine Tat begeht, die ihn aus der Religion wirft, außer der Shahadah, und er weiterhin die Shahadah ausspricht, dann nützt ihm dies nichts, bis er die Tat, die ihn aus der Religion geworfen hat, lässt und bereut.

Kashmiri sagt in seinem Werk „Ikafarul Mulhidin“ auf Seite 63:

„Wer Kufr begeht durch das Ablehnen allgemein bekannter Dinge wie beispielsweise das Verbot des Alkohols, so muss er sich von dieser Überzeugung lossagen. Denn während er sagt, dass Alkohol nicht verboten ist, spricht er die Shahada aus, deshalb muss er sich von der Überzeugung, dass Alkohol nicht verboten ist lossagen, so wie dies die Gelehrten des Shafi‘i Madhab präzisiert haben.“

Schließlich sagt er:

„Wenn er darauf die Shahadah aus Gewohnheit ausspricht, wird ihm dies nichts nützen, bis er nicht von dem zurückkehrt, was er gesagt hat, denn in diesem Fall wird der Kufr nicht durch das alleinige Aussprechen der Shahadah aufgehoben.“

Dies zeigt auch der Konsens der Sahaba bezüglich Qudamah Ibn Madh’un, als man von ihm und seinen Gefährten verlangte, dass sie bereuen. Wenn sie das Verbot des Alkohols bestätigen, dann werden sie ausgepeitscht, andernfalls werden sie Kuffar und werden getötet. Die Sahaba würden das Urteil des Kufr über sie nicht durch das Aussprechen der Shahadah aufheben, denn sie haben nicht aufgehört die Shahadah auszusprechen.

Darauf weisen auch die Worte der Gelehrten, wo sie erwähnen, dass der Jude, der den Tawhid akzeptiert, ein Muslim wird, wenn er nur den zweiten Teil der Shahadah ausspricht, also dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Jedoch ist das Aussprechen des ersten Teils der Shahadah nicht genug, damit er ein Muslim wird, denn der Grund für seinen Kufr ist die Ablehnung des Prophetentums des Gesandten Allahs, sallallahu alaihi wa sallam. Deshalb wird über ihn nicht mit dem Islam geurteilt, bis er diesen Kufr verlässt, sich von ihm lossagt und akzeptiert, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Die Gelehrten erwähnen den Hadith von Anas als Beweis, wo ein Jude zu Allahs Gesandtem, sallallahu alaihi wa sallam, sagte:

„Ich bezeuge, dass du Allahs Gesandter bist.“. Anschließend starb der Jude und Allahs Gesandter, sallallahu alaihi wa sallam, sagte: „Betet für euren Freund.“

2. Die Worte des Menschen: „Ich bin ein Muslim“, wegen dem Hadith von Furat Ibn Hayyan und die Bestätigung des Propheten, sallallahu alaihi wa sallam.

Genauso die Worte „Aslamtu“ – „Ich habe den Islam angenommen“, oder ich habe mich Allah ergeben, wegen dem Hadith von Miqdad, der in Bukhari und in Muslim zu finden ist, in dem steht, dass er sagte:

„‚O Gesandter Allahs, wenn ich einen Kafir treffe und er gegen mich kämpft und meinen Arm abschlägt, anschließend versteckt er sich hinter einen Baum und sagt ‚Ich nehme den Islam an‘, sollte ich ihn dann töten, nachdem er dies gesagt hat?‘ ‚Töte ihn nicht‘, antwortete der Gesandte Allahs.“

Ibn Qudamah sagt in „Mughni“ im „Buch des Murtadd“:

„Sofern die Person sagt: ‚Ich bin ein Mu’min oder Muslim‘, so sagt Qadi, dass er durch diese Worte als Muslim angesehen wird. Anschließend erwähnte er den Hadith von Imran Ibn Husayn, radiallahu anhu, der bei Muslim verzeichnet ist, wo steht, dass die Muslime einen Mann aus Banu Aqil gefangen nahmen und ihn zum Gesandten Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, brachten und er sagte: „O Muhammad, ich bin ein Muslim“ So antwortete der Gesandte Allahs: „Wenn du dies gesagt hättest, als du Macht über dich selbst hattest, wärst du erfolgreich mit dem vollkommenen Erfolg.“

Und er sagt:

„Es besteht die Möglichkeit, dass sich dies auf einen Menschen bezieht, der grundsätzlich ein Kafir ist (Kafir al-Asli) oder auf denjenigen, der Allahs Einzigkeit leugnet. Was denjenigen betrifft, der Kufr begeht, indem er den Gesandten oder die Bücher oder ähnliches ablehnt, so wird dieser nicht durch diese Worte Muslim, denn vielleicht glaubt er, dass der Islam das ist, worauf er ist (gemeint ist seine Überzeugung, A.d.Ü.). Alle Erneuerer glauben, sie seien Muslime, jedoch gibt es unter ihnen solche, die Kuffar sind.“

Ich sage: Diese Bemerkung ist sehr wichtig, denn viele Murtaddin, die Gesetze erlassen und ihre Unterstützer, die gegen Allahs Religion kämpfen, behaupten Muslime zu sein. Diese Behauptung wird ihnen nichts nützen, denn sie verharren auf der Ursache, wegen der sie Murtaddin wurden und weder verlassen sie dies, noch sagen sie sich davon los. Deshalb sagen wir hier das gleiche, wie als wir über die Shahadah sprachen: Die Grundlage bei demjenigen, der dies sagt ist der Islam, bis er eine Tat begeht, die ihn aus dem Islam wirft. Durch das Begehen einer Tat, die aus dem Islam wirft, ist er kein Muslim mehr, bis er diese Tat verlässt. Wenn anschließend eine vertrauenswürdige Person unter den Muslimen bezeugt, dass diese Person die bestimmte Tat gelassen hat und den Islam angenommen hat, so wird dies akzeptiert. Wenn ebenfalls eine Person, die grundsätzlich ein Ungläubiger ist (Kafir al-Asli) für sich bezeugt, dass sie den Islam angenommen hat, so wird dies akzeptiert. So wie die Bezeugung von Allahs Gesandtem, sallallahu alaihi wa sallam, dass Najashi Muslim ist, als er für ihn das Totengebet verrichtete, so wie dies im Hadith verzeichnet ist, der muttafakun alaih ist. Die Sahaba wussten bis zu diesem Moment nicht, dass er ein Muslim war, so wie dies Sheikh-ul-Islam erwähnt. Sie sagten sogar:

„Wirst du etwa das Totengebet für diesen Christen verrichten, während er in seinem Land ist“, dann hat der Erhabene herabgesandt: „Und unter den Leuten der Schrift gibt es wahrlich manche, die an Allah glauben und (an) das, was zu euch (als Offenbarung) herabgesandt worden ist,..“ (Alu Imran, 199)

Genauso die Bezeugung von Abdullah Ibn Mas’ud über den Islam von Sahl Ibn Bayda‘ in der Geschichte über die Gefangenen von Badr. Der Hadith ist bei Hakim 3/21, Ahmad 1/383 und weitere. Siehe „Al-Bidaya wan-Nihaya“ 3/298.

Der Beweis aus diesem Hadith liegt in den Worten von Abdullah Ibn Mas’ud, radiallahu anhu, nachdem der Prophet gesagt hat:

„Jeder von euch soll seinen Gefangenen freikaufen oder töten.“, daraufhin sagte Abdullah Ibn Mas’ud: „Außer Sahl Ibn Bayda‘, denn ich hörte ich, dass er erwähnt Muslim zu sein.“ In „Istiab“ steht: „Er bezeugte, denn er sah ihn in Makkah, wie er betete.“ Daraufhin sagte Allahs Gesandter: „Außer Sahl Ibn Bayda'“

3. Das Gebet, alleine oder in der Gemeinschaft
Das Gebet zählt zu den spezifischen Merkmalen der Anhänger des Islam und es beinhaltet die Shahadatayn. Im Hadith von Anas, der zuvor genannt wurde, steht:

“ Wer unser Gebet betet, sich unserer Qiblah zuwendet und von dem isst, was wir schlachten, dieser ist ein Muslim.“

In einem anderen Hadith steht:

„Der Vertrag zwischen uns und ihnen ist das Gebet. Wer es verlässt wird ungläubig.“

Verzeichnet bei Imam Ahmad, Abu Dawud, Nasai und Tirmidhi von Burayda marfuan.

Muslim erwähnt von Jabir, dass Allahs Gesandter gesagt hat:

„Zwischen dem Menschen und dem Shirk und dem Kufr ist das Verlassen des Gebets.“

Qurtubi sagt in seinem Tafsir:

„Man wird nicht zu einem Gläubigen, ausser mit ‚la ilaha illallah‘ ohne die restlichen Taten, außer dem Gebet. Ishaq Ibn Rahawayh sagt: ‚Sie (die Gelehrten) haben sich in Bezug auf das Gebet auf etwas geeinigt, auf was sie sich bei den restlichen Taten nicht geeinigt haben, so sagen sie: ‚Wer bekannt ist für seinen Kufr und die Leute ihn anschließend sehen, dass er betet, so dass er viele Gebete verrichtet, jedoch weiß man nicht, dass er die Shahadah ausgesprochen hat. So richtet man über ihn mit dem Iman.‘ Die Gelehrten erwähnten dies nicht beim Fasten oder der Zakah.‘ „

Jami li ahkamil Qur’an“ 8/207.

Ibn Qudaman sagt in „Mughni“: „Buch der Imamah, Kapitel: Unsere Freunde sagen (Die Gelehrten des Hanbali Madhhab):

‚Wer das Gebet verrichtet wird als Muslim angesehen, unabhängig davon ob er sich in einem islamischen Staat oder in einem Staat befindet, gegen den gekämpft wird und unabhängig davon, ob er allein oder in der Gemeinschaft betet.'“

Anschließend erwähnte er den Hadith vom Propheten, sallallahu alaihi wa sallam:

“ Der Vertrag zwischen uns und ihnen ist das Gebet. Wer es verlässt wird ungläubig.“

Dann sagt er:

„Der Prophet hat das Gebet zu einer Grenze zwischen dem Islam und dem Kufr gemacht. Wer betet ist in den Kreis des Islam eingetreten, denn das Gebet ist eine Ibadah, die spezifisch nur für die Muslime ist. Deshalb zeigt seine Verrichtung des Gebets seinen Islam an, genauso wie das Aussprechen der Shahadah.

Ebenso sagt er im „Buch des Murtadd“ im Kapitel:

„Wenn wir den Kafir sehen, wie er betet, so werden wir ihn als Muslim ansehen, unabhängig davon, ob er sich in einem islamischen Land oder in einem Land, gegen das gekämpft, befindet und egal ob er alleine oder in der Gemeinschaft betet,…“

bis zu seinen Worten:

„Denn das Gebet stellt eine Tat dar, die sich von den Taten der Kuffar unterscheiden, deshalb ist es spezifisch nur für die Muslime und eine Person wird nicht als Muslim angesehen, bis er das Gebet verrichtet, das sich von den Gebeten der Kuffar unterscheidet, indem er sich mit der Niederwerfung und der Verbeugung zur Qibla wendet. In dieser Angelegenheit gibt es keinen Unterschied zwischen einem Kafir, der von Grund auf Kafir ist und zwischen einem Murtadd. Denn mit dem, womit der Kafir ein Muslim wird, wie die Shahada, gilt ebenso auch für den Murtadd.“

Ende des verkürzten Zitats.

Ich sage: Außer, wenn die Ursache der Riddah keine andere Tat war, außer das Verlassen des Gebets oder seine Leugnung, d.h., dass er einige Ursachen des Kufrs getan hat und er weiterhin sein Gebet nicht verlassen hat. In diesem Fall kehrt er nicht durch das alleinige Verrichten des Gebets zum Islam zurück. Er muss die Tat verlassen, die ihn aus dem Islam geworfen hat, er muss bereuen und sich von dieser Tat lossagen.

Deshalb sagt Ibn Qudamah, nachdem er dies erwähnt hat:

„Außer, wenn erwiesen wurde, dass er die Riddah begangen hat, nachdem er das Gebet verrichtete oder dass die Ursache der Riddah eine Leugnung einer Pflicht, eines Buches, eines Propheten ist oder ähnlichen Erneuerungen, deren Träger sich als Muslime sehen. In diesem Fall wird er nicht als Muslim angesehen, wenn er das Gebet verrichtet, denn er sieht das Gebet als eine Pflicht und er verrichtet es, obwohl er Kufr begeht.“

Der Zustand dieser Person ist wie der Zustand der heutigen Tawaghit, Mushrikin und ihrer Unterstützer, die ihre Gesetze hüten. Unter ihnen gibt es solche, die beten, aber dieses Gebet wird ihm nichts nützen, d.h. er wird weder als Muslim angesehen, noch bekommt er das Recht des Schutzes, weil die Ursache für seinen Kufr nicht die Leugnung des Gebets war, so dass wir ihm nach der Verrichtung des Gebets als Muslim sehen, sondern die Ursache war eine andere: Die Loyalität zum Taghut oder das Unterstützen seines Shirks und der ungläubigen Gesetze, oder die Teilnahme an der Gesetzgebung oder dem Eid auf die Einhaltung und die Verteidigung dieser Gesetze… Solch einer begeht Kufr während er betet und sich als Muslim sieht. Deshalb ist es notwendig, dass er bereut und sich vom Kufr, den er begeht, lossagt, um wieder Muslim zu sein, obwohl er betet und andere Säulen des Islams praktiziert. Diese Person ist nicht wie eine Person, die von Grund auf ein Kafir ist, bei der die Verrichtung des Gebets die Annahme des Islams und die Aussprache der Shahadah bedeutet.

Zusammenfassung: Wie bei den vorherigen spezifischen Merkmalen, sehen wir den Betenden, der in einem uns unbekannten Zustand ist, als Muslim, bis wir sehen, dass er die oben genannten Dinge oder andere begeht, die den Islam zerstören. Er wird allein wegen der Verrichtung des Gebets als Muslim angesehen. Wir beten hinter einer solchen Person und wir verhalten uns ihm gegenüber wie gegenüber einem Muslim. In unseren Augen ist der Islam die Grundlage bei einer solchen Person, bis er eine klare Tat begeht, die aus dem Islam wirft. Die Ghulat sehen den Kufr als Grundlage bei einer solchen Person, auch wenn er die Zeichen des Islams und seine spezifischen Merkmale zeigt. Sie begründen dies mit der weiten Verbreitung des Kufrs in den heutigen Gesellschaften. Ibn Qudamah sagt in „Mughni“: Kapitel:

„Wenn er hinter einem Imam betet, dessen Islam er anzweifelt, so ist sein Gebet gültig, bis ihm sein Kufr nicht ersichtlich wird. Dies was beim Betenden ersichtlich ist, ist der Islam, besonders wenn es sich um einen Imam handelt.“

Verkürztes Zitat aus dem Kapitel über die Imamah.

4. Der Adhan und die Iqamah
Der Adhan und die Iqamah zählen zu den spezifischen Merkmalen des Islams, weil sie die Shahada beinhalten, über die wir schon gesprochen haben. Im Hadith von Anas, den Muslim und andere erwähnen, steht:

„Der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, griff im Morgengrauen an. Wenn er den Adhan hörte, griff er nicht an, wenn nicht, so griff er an.“

Hier gilt das, was wir erwähnt haben und dies ist, dass sich dies auf eine Situation bezieht, in der die Ursache der Riddah eine andere Sache außer die Ablehnung des Islams in der Gesamtheit und der Verrichtung des Gebets ist, so wie dies der Fall in den Lagern des Shirks und des Taghuts ist, wo man den Adhan hört. Dies wird ihnen nicht von Nutzen sein, denn sie sind nicht von Grund auf ungläubig, sondern Murtaddin, deren Ursache der Riddah nicht das Verlassen des Gebets, des Adhans oder ähnliches ist, wo der Murtadd ein Muslim wird, nachdem er die Taten wieder verrichtet, die er zuvor gelassen hat. Ihre Riddah zeigt sich im Kampf gegen den Tauhid und seinen Anhängern und dem Unterstützen des Shirks. Die Mehrheit von ihnen betet, ruft den Adhan und die Iqamah und spricht die Shahadah aus. Jedoch beharren sie darauf den Shirk zu unterstützen und gegen den Tauhid zu kämpfen. Deshalb kehren sie nicht zum Islam zurück, indem sie den Adhan ausrufen, denn sie haben den Adhan ja weder verlassen, noch verleugnet. Sie müssen sich von der Ursache des Shirks lossagen und davon fern bleiben.

Wir haben die Geschichte von denjenigen erwähnt, auf die der Erhabene Takfir gemacht hat in der Surah Baraa (At-Tawba, A.d.Ü.), weil sie sich mit den Rezitatoren des Qur’ans lustig gemacht haben, obwohl sie gebetet haben, die Shahada aussprachen, den Adhan und die Iqamah ausriefen und zusammen mit dem Gesandten Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, in den Jihad gezogen sind.

Als sie durch diese Belustigung Kuffar wurden, bestand ihre Tawbah darin diese Belustigung zu verlassen und es zu bereuen und nicht die Verrichtung des Gebets, des Adhans oder ähnlichem, denn sie wurden nicht u Kuffar wegen der Verweigerung des Gebets oder der Zakah.

Was denjenigen angeht, der keine Tat, die aus dem Islam wirft, zeigt, so ist die Grundlage bei ihm, sofern er den Adhan oder die Iqamah ausruft, die Unantastbarkeit des Vermögens und des Blutes, bis er nicht das Gegenteil zeigt. Dies ist die Grundlage, und nicht etwa der Kufr und die Ablehnung dieser Grundlage, die der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, errichtet hat.

5. Die Hajj
Die Hajj ist ein Zeichen des Islams und ein klares, bekanntes und spezifisches Merkmal. Was Ibn Qudamah in „Mughni“ erwähnt, nämlich dass die Mushrikun die Hajj zu Zeiten des Gesandten Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, verrichtet haben, wird nicht in Erwägung gezogen. Deshalb sagt Ibn Qudamah, dass der Kafir nicht als Muslim angesehen wird, wenn er die Hajj verrichtet. Dieses kann deshalb nicht in Erwägung gezogen werden, weil die Mushrikun, die geglaubt haben auf der Religion von Ibrahim, alaihi salam, zu sein, mit den Muslimen in der Verrichtung der Hajj mitgemacht haben, bis die Sura Baraa (At-Tawba, A.d.Ü.) herab gesandt wurde, wo der Erabene sagt:

إنما المشركون نجس فلا يقربوا المسجد الحرام بعد عامهم هذا

„…die Götzendiener sind fürwahr unrein, so sollen sie sich der geschützten Gebetsstätte nach diesem, ihrem Jahr nicht mehr nähern! …“ (At-Tawba, 28.)

Und der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, sagt:

„Nach diesem Jahr darf der Mushrik keine Hajj verrichten.“

Daraufhin und bis zur heutigen Zeit ist die Situation jene, dass nur derjenige die Hajj verrichtet, der behauptet ein Muslim zu sein, somit wurde die Hajj zu einem spezifischen Merkmal der Muslime, ausser wenn jemand eine Tat begeht, die ihn aus dem Islam wirft, so wie dies der Fall ist bei den Tawaghit, ihren Unterstützern und ihnen ähnlichen Murtaddin, denen Saudi Arabien, das heute die Hajj überwacht, erlaubt die Hajj zu verrichtet und in Masjdul Haram einzutreten. Solchen nützt die Hajj, das Gebet und die Shahadah nichts bezüglich dem Urteil über ihren Islam. Noch ist dies ein Hinderungsgrund des Takfir, denn ihr Kufr ist nicht in diesem Bereich und in diesen Grundlagen. Deshalb werden sie nicht als Muslime angesehen, bis sie sich von ihrem Shirk, ihren Gesetzen und der Gesetzgebung lossagen.

Die Mehrheit von ihnen spricht die Shahada aus, betet und verrichtet die Hajj, aber sie begehen Dinge, die aus der Religion werfen. Dies ist deshalb der Fall, weil bei ihnen die Shahadah nicht die Lossagung vom grossen Shirk und den Kufr bi Taghut bedeutet. Deshalb reicht es nicht aus, damit sie wieder Muslime werden, wenn sie die Shahada aussprechen, sondern sie müssen ihre Gesetze verleugnen und Allah einzig und alleine aufrichtig dienen. Wie dies im Hadith steht, den Muslim von Abu Malik al-Asja’i erwähnt, wo der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, sagt:

„Wer ‚La ilaha illallah‘ sagt und jenes ablehnt, was neben Allah angebetet wird, dessen Blut und Vermögen ist unantastbar und seine Abrechnung liegt bei Allah.“

Obwohl das Wort des Tauhid den Kufr gegenüber allem, was außer Allah angebetet wird, beinhaltet und dies den Rukn der Ablehnung in der Shahadah darstellt, hat der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, dies trotzdem besonders bestätigt und erwähnt, um aufzuzeigen, dass derjenigen, der diese Worte ausspricht und weiterhin jemand anderen außer Allah anbetet, sich weder vom Shirk, noch vom Taghut lossagt, ihm dies nicht nützen wird und sein Blut und sein Vermögen nicht geschützt sein wird.

Was ich sagen will ist, dass wir denjenigen, der die Hajj verrichtet, als Muslim ansehen, wie dies auch der Fall bei den restlichen spezifischen Merkmalen des Islams ist. Wir verhalten uns ihm gegenüber wie gegenüber einem Muslim, bis er eine Tat begeht, die ihn aus dem Islam wirft. Wir sehen den Hajji, den Muhrim, weder als eine Person an, deren Status unbekannt ist, noch halten wir uns bei dem Urteil über seinen Islam zurück. In unseren Augen ist er ein Muslim und wir verhalten uns ihm gegenüber entsprechend dem, was er vom Islam gezeigt hat, wie der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, mit dem Muhrim umging, dessen Kamel ihn tötete. Der Prophet hat so gehandelt, wie man bei einem Muslim handelt und dementsprechend hat er befohlen ihn zu waschen, ihn in die Kleidung einzuwickeln, in der er verstorben ist, und dass man ihn weder parfümiert, noch ihm den Kopf zudeckt.

Genauso handeln wir auch bezüglich der Urteile in der Dunya bei den Millionen von Hujjaj und Muhrimin, die wir auf Mina, Muzdalifa, Arafah und den restlichen Orten sehen. Die Grundlage bei uns ist, dass sie Muslime sind. Wir richten über sie entsprechend dem, was sie zeigen und wir verhalten uns ihnen gegenüber wie mit Muslimen, auch wenn es den Ghulat schwer fällt, ausser wenn wir bei jemandem klaren Kufr sehen…. Oh Allah bezeuge!

Aufgrund dessen, was wie zuvor erwähnten, erlauben wir das Gebet hinter einem Muslim, dessen Lage unbekannt ist und dies ist jene Person, der man mit dem Islam in den Regelungen der Dunya urteilt, weil sie einige spezifische Merkmale des Islams gezeigt hat und keine Tat begangen hat, die sie aus dem Islam wirft. Wir sehen weder das Gebet hinter einer solchen Person als ungültig an, noch setzen wir voraus, dass man die Essenz der Aqidah, die sie in sich trägt, kennt.

Sheikh-ul-Islam Ibn Taymiyya sagte:

„Das Verrichten des Gebets ist hinter jeder Person, deren Lage unbekannt ist (masturul haal), erlaubt. Darauf haben sich alle vier Imame und die restlichen muslimischen Imame geeinigt. Wer sagt: ‚Ich bete weder das Freitagsgebet, noch das Gebet in der Gemeinschaft, außer hinter einer Person, deren Aqidah ich kenne.‘ so einer ist ein Erneuerer, er steht im Widerspruch zu den Sahaba, den Tabi’in, den vier Imamen und dem Rest der muslimischen Imamen. Und Allah weiß es am besten.“

Majmu’atul Fatawa 4/331

Und er sagte, 23/199:

„Mit dem Konsens der vier Imame und den restlichen muslimischen Imamen ist es erlaubt, dass ein Mensch das Freitagsgebet, die fünf Pflichtgebete und die restlichen Gebete hinter einer Person betet, von der er nicht weiß, dass sie eine Erneuerung oder Sünde (Fisq) begeht und es ist weder eine Bedingung, dass der Betende die Aqidah seines Imams kennt, noch dass er ihn testet und fragt: ‚Was ist deine Aqidah?‘, er soll hinter der Person beten, deren Lage unbekannt ist.“

Weiterhin sagt er, 3/175-176:

„Das Gebet hinter einer Person, deren Lage unbekannt ist, ist mit Konsens der islamischen Gelehrten erlaubt. Wer sagt, dass das Gebet ungültig ist oder verboten, außer hinter einer Person, deren Lage bekannt ist, steht im Widerspruch zum Konsens der Ahlu-Sunnah wal Jama’ah.“

Einige der Übertreiber benutzen das Handeln von Imam Ahmad in der Zeit, als sich die Jahmiyya verbreitet haben, als Beweis, dass man hinter einer Person betet, die man kennt. Wir widersprechen der Erlaubnis dieser Handlung nicht, nämlich dass der Muslim versucht das Gebet hinter einer guten Person zu beten. Wir widersprechen auch nicht der Erlaubnis, dass man das Gebet hinter einem Erneuerer verlässt, damit man ihn damit tadelt und seine Neuerung ablehnt. Aber wir widersprechen demjenigen, der verbietet das Gebet zu verrichten und verpflichtet dieses nachzubeten, wenn eine Person hinter einem Imam betet, dessen Neuerung ihn nicht aus dem Islam bringt.

Wir sprechen nicht einmal davon, dass man das Gebet hinter einer Person, deren Lage unbekannt ist, wiederholt, aufgrund der Aussage, dass die Neuerungen, der Kufr und die Riddah weit verbreitet sind. Eine noch schlimmere Meinung als diese ist, dass jene Person nicht als Muslim angesehen wird und das Gebet hinter ihr ungültig ist, obwohl er keine Tat gezeigt hat, die den Islam vernichtet.

Daher ist die Grundlage die Erlaubnis das Gebet zu verrichten hinter einer Person, deren Lage unbekannt ist und diese grundsätzlich ein Muslim ist, bis sie eine Tat offenlegt, die sie aus dem Islam wirft. Wenn sie eine Tat zeigt, die aus dem Islam wirft, so wird sie nicht mehr als Person angesehen, deren Lage unbekannt ist. Wenn wir uns in einer Situation befinden, wo wir hinter einer Person, deren Lage unbekannt ist, beten müssen, so werden wir ohne Bedrängnis beten. Aber dies hindert uns nicht daran, dass wir in normalen Verhältnissen versuchen werden das Gebet hinter guten Leuten und Folgern der Sunnah zu verrichten, insbesondere beim Freitagsgebet, damit wir bei der Khutbah nicht überrascht werden und etwas hören, was uns nicht erfreut.

Das Handeln von Imam Ahmad deutet darauf hin, dass es erwünscht ist und keine Pflicht, so wie Sheikh-ul-Islam sagt:

„Die Muslime nach dem Propheten, sallallahu alaihi wa sallam, bis heute beten hinter einer Person, deren Lage unbekannt ist… Als die Neuerungen verbreitet wurden, bevorzugten einige Leute dass sie nur hinter Leuten beten, die sie kennen. Dies haben sie als erwünscht betrachtet so wie dies von Imam Ahmad überliefert ist, der so geantwortet hat, als er darüber befragt wurde. Aber Ahmad hat nicht gesagt: ‚Das Gebet ist nicht erlaubt, außer hinter einer Person, deren Lage wir kennen.‘“

Majmu’atul Fatawa 3/280

Was das Gebet hinter einer Person anbetrifft, deren Neuerungen aus dem Islam bringen, so geht die Meinungsverschiedenheit über die Erlaubnis des Betens hinter ihnen und das Wiederholen des Gebets, das hinter ihnen verrichtet wurde, aus der Meinungsverschiedenheit über ihren Takfir hervor.

Sheikh-ul-Islam sagte:

„Was das Gebet hinter einer Person angeht, deren Neuerungen sie aus dem Islam bringt, haben die Gelehrten eine Meinungsverschiedenheit bzgl. des Freitagsgebets hinter einer solchen Person. Jene, die eine solche Person zum Kafir erklären sagen: ‚Es ist verpflichtend, das Gebet zu wiederholen, denn es wurde hinter einem Ungläubigen verrichtet.‘ Diese Angelegenheit ist mit dem Takfir der Erneuerer verbunden, und die Leute unterscheiden sich viel in dieser Angelegenheit. Von Imam Malik werden zwei Überlieferungen erwähnt. Imam Shafi’i hat zwei Aussagen. Von Imam Ahmad werden ebenfalls zwei Überlieferungen erwähnt und ebenso ist es mit den Philosophen von den Ash’aira, die zwei Meinungen erwähnen. Die Meinung der Mehrheit der Gelehrten ist, dass es in der Angelegenheit eine detaillierte Erklärung gibt. Die Tatsache ist, dass die Aussage Kufr sein kann, worauf wir allgemein denjenigen zum Kafir erklären, der es begeht. So sagen wir: ‚Wer dieses und jenes sagt, ist ein Kafir.‘ Aber bei einer bestimmten Person, die das ausgesprochen hat, wird das Urteil des Kufrs nicht erteilt, bis man ihm den Beweis bringt, nachdem die bestimmte Person ein Ungläubiger wird.“

Majmu’atul Fatawa 23/195

Was denjenigen angeht, der klare Ursachen des Kufrs oder klare Formen der Riddah begeht, wie der Aufruf zur Beteiligung an der Gesetzgebung oder wenn er seine Unterstützung und Hilfe gegenüber den laizistischen Gesetzen offenlegt, oder mitmacht im Erlassen solcher Gesetze und dem Richten mit ihnen, oder sie lobt, oder ihre Befolgung schwört und mit den Tawaghit befreundet ist, die solche Gesetze errichtet haben, für einen solchen gibt es keine Würde und hinter ihm wird nicht gebetet, weil er nicht zu den Muwahhidin zählt, sondern zu den Mushrikin und Murtaddin. Der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, hat den Muslimen so zu beten, wie sie ihn sehen und dass ihr Imam einer von ihnen ist. So wie dies im Hadith steht, den Bukhari von Malik Ibn Huwayrith erwähnt, dass der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, ihm und jenen, die mit ihm waren sagte:

„Kehrt zu euren Familien zurück, lebt mit ihnen und lehrt sie…, betet so wie ihr mich beten gesehen habt. Wenn die Zeit des Gebets eintrifft, so soll ‚einer von euch‘ den Adhan ausrufen und euer Imam soll der Älteste ‚von euch‘ sein.“

Das Pronomen ‚euch‘ bezieht sich auf die Muslime und nicht auf andere.

Muslim überliefert von Abu Said, dass er sagte:

„Der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, sagte:

‚Wenn es drei Leute sind, so soll einer von ihnen der Imam sein…“

Den Hadith überliefern ebenfalls Imam Ahmad und Nasai.

Der Ungläubige ist keiner von uns, deshalb ist es dem Muslim nicht erlaubt, dass er einem Ungläubigen erlaubt ihn im Gebet zu führen. Der Erhabene sagt:

.. ولن يجعل الله للكافرين على المؤمنين سبيلا

Und Allah wird den Ungläubigen keine Möglichkeit geben(,) gegen die Gläubigen (vorzugehen) (An-Nisa, 141)

Und im Hadith, der Bukhari ta’liqan überliefert, steht:

 

„Der Islam bewältigt und wird nicht bewältigt.“

Derjenige, der hinter einer Person betet, die Kufr und Riddah gezeigt hat oder dazu aufruft und dies ausschmückt, hat nicht so gebetet wie der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, und auch nicht so wie er dies befohlen hat. Im Gegenteil! So einer hat etwas in die Religion eingeführt, was nicht von ihr ist und in den zwei Sahih Werken wird von der Mutter der Gläubigen, Aisha radiallahu anha, überliefert, dass der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, gesagt hat:

„Wer etwas in unsere Religion einführt, was nicht von ihr ist, so wird dies abgelehnt.“

Es ist bekannt, dass die Grundlage in den Ibadaat das Verbot ist, bis man nicht mit einem Beweis kommt, der dies erlaubt. Dies deshalb, weil die Ibadaat sogenannte Taten at-Tawqifiyyah sind.

Ebenso wird die Ibadah nicht angenommen, außer wenn sie aufrichtig und im Namen Allahs tabaraka wa ta’ala verrichtet wurde und entsprechend der Sunnah des Propheten, sallallahu alaihi wa sallam verrichtet wurde.

Ibn Qudamah sagt in „al-Mughni“: „Das Kapitel über die Imamah:

‚Wenn die Person hinter einem Mushrik betet…‘, das Gebet hinter einem Kafir ist absolut ungültig in jedem Fall. Es spielt keine Rolle, ob er seinen Kufr nach dem Gebet erfährt oder davor. Jemand, der hinter einer solchen Person betet ist verpflichtet das Gebet nachzuholen. Das ist die Meinung von Shaf’i und der Rechtsschule. Abu Sawr und Muzani sagen: ‚Er wird das Gebet nicht nachholen, wenn er es aus Unwissenheit tat (d.h. wenn er seinen Kufr nicht kannte, A.d.Ü.), weil er hinter einer Person gebetet hat, deren Lage unbekannt ist, weshalb diese Angelegenheit der Frage über das Beten hinter jemanden ohne Wudu ähnelt.‘ Ich sage: Unser Beweis ist, dass durch das Beten hinter einem Kafir, der Mensch sein Gebet hinter einer Person verrichtet, die nicht dafür qualifiziert ist, so wie wenn er hinter einem Geistesgestörten beten würde. „

Ende des Zitats

Wenn es sich um einen Imam handelt, der manchmal Kufr zeigt und manchmal sich davon lossagt oder er einige Ursachen des Kufrs begeht und anschließend bereut, so wie jene die der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, erwähnt, als er sagte:

„Eilt mit den Taten vor der Fitna so wie ein Stück der dunklen Nacht. Wenn der Mensch wie ein Gläubiger erwacht und als ein Ungläubiger schlafen geht und er wie ein Gläubiger schlafen geht und als Ungläubiger erwacht, indem er seine Religion für einen Nutzen der Dunya verkauft.“

Hinter solch einem Imam wird nicht gebetet, bis wir nicht von seinem Islam, seiner Lossagung vom Shirk und dem Meiden davon, erfahren.

Ibn Qudamah sagte:

„Wenn der Imam von denjenigen ist, die mal den Islam annehmen und mal die Riddah begehen, so wird nicht hinter ihm Gebetet, bis wir nicht erfahren worauf er ist.“

Dies ist jenes, worauf wir hinweisen wollten bzgl. diesem Thema. Und wir haben zu diesem Thema eine detaillierte Abhandlung verfasst, die heisst

مساجد الضرار وحكم الصلاة خلف أولياء الطاغوت ونوابه :

Ähnliche Beiträge

Antworten